Düstere Warnung: Panik an den Finanzmärkten

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von Uwe Bergold

Business Insider Deutschland publizierte am 25.05.2018 einen Artikel genau mit dieser Überschrift "Panik an den Finanzmärkten": Deutschlands Top-Ökonomen sprechen düstere Warnung aus. Hierin kamen mehrere Kapitalmarktexperten, u.a. auch Clemens Fuest (Chef des Ifo-Instituts), zu Wort. Der Grundtenor der Experten lautete, Italien könnte der Auslöser für eine neue Krise in der Euro-Zone darstellen. 

Dies ist aus unserer Sicht viel zu kurz gegriffen, denn die kommende Krise wird sich nicht nur auf die Eurozone begrenzen, sondern - aufgrund der exponentiell steigenden Weltverschuldung (aktuell 327% des Welt-BIP) - global entfalten. Alle Länder zusammengefasst haben seit der letzten Finanzkrise, im Jahr 2008, weitere 70 Billionen (!) Dollar neue Schulden aufgenommen. 

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Abb. 1: Makroökonomische Zyklik anhand des Shiller-KGV´s (CAPE) von 01/1881 bis 05/2018 
Quelle: Robert Shiller, bearbeitet durch GR Asset Management


Diese Verschuldungsorgie erst möglich machte natürlich nur die - durch die Geldpolitik kreierte - historisch einmalige Zinssituation (ZIRP und NIRP), welche auch zu der aktuellen "Alles-Blase" (Aktien, Immobilien und Anleihen) geführt hat. Spätestens im Januar 2018 kam es hierbei jedoch zu einer vom Publikum noch nicht gesehenen Umkehr. Das Shiller-KGV (CAPE) generierte am Jahresanfang, mit einem Stand von 33 den zweithöchsten Wendepunkt seiner Geschichte. Dies stellt eine größere Überbewertung dar als in 2007 (CAPE von 27), vor der Weltfinanzkrise, oder als in 1929 (CAPE von 32), vor der Weltwirtschaftskrise (siehe hierzu Abbildung 1). 

Das einzige Mal, dass es zu einer noch höheren Überbewertung kam, war zum Jahrtausendwechsel (CAPE von 44), dem Beginn des "ökonomischen Winters", indem wir uns - trotz des "Hochdruckgebietes" der vergangenen Jahre - weiterhin noch immer befinden.


Der Ölpreis läuft Gold und somit der realen Entwicklung wieder einmal voraus

Wie nun seit dem Jahrtausendwechsel des Öfteren erklärt, kann man die reale (inflationsbereinigte) Entwicklung von Aktien, Immobilien oder eines jeglichen sonstigen Vermögensgegenstandes nicht in ungedecktem Papiergeld (monetäre Illusion), sondern in Unzen Gold visualisieren. Ungedecktes Papiergeld stellt einen, von Monat zu Monat schrumpfenden "Meterstab" dar (von Monat zu Monat steigen die Preise), der sich am Ende eines jeden Inflationszyklus immer in Luft auflösen wird. Gold hingegen symbolisiert den seit über 3000 Jahren beständigen "Urmeter", mit dem über Generationen hinweg Vermögen real bewertet und auch immer gesichert werden konnte.  

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Abb. 2: MSCI World in USD (oben), in GOLD (mittig) und in ROHÖL (unten) von 12/1969 bis 05/2018 Quelle: GR Asset Management


Betrachtet man nun in Abbildung 2 den MSCI Welt-Aktien-Index nominal (oben in USD) und real (unten in Unzen GOLD oder in Barrel ROHÖL), so erkennt man relativ schnell die monetäre Illusion, welche sich in Papiergeldbewertungen ergibt. Während der Aktien-Index seit dem realen Jahrtausendhoch (Shiller-KGV von 44) in USD um +45 Prozent stieg, verlor er gegenüber GOLD und gegenüber ROHÖL -70 Prozent.

Auch wenn die Erholung, welche nunmehr bereits seit dem Jahr 2011 läuft ("Hochdruckgebiet" innerhalb des "ökonomischen Winters"), auch in Unzen GOLD bewertet, noch immer andauert, so ist sie gegenüber ROHÖL bereits seit Beginn dieses Jahres zu Ende. Wieder einmal läuft der Ölpreis dem Konsumentenpreis, auf den der Goldpreis als "Inflationsseismograph" reagiert, voraus, wie zuletzt von 1998 bis 2000 (siehe hierzu die beiden negativen roten Divergenzbalken im unteren Teil der Abbildung 2). 

Auch bei der oberen Umkehr der Rohstoffpreise von 2008 bis 2011, reagierte das Aktien-Öl-Verhältnis bereits positiv divergent zum Aktien-Gold-Verhältnis (siehe hierzu die positiven grünen Divergenzlinien im unteren Teil der Abbildung 2). 

Das "Hochdruckgebiet" im Winter ist eindeutig vorbei und weltweit stehen die Aktienmärkte (und somit auch die Volkswirtschaften) kurz vor einem Bruch der realen zyklischen Aufwärtsbewegung in Unzen Gold seit 2011. Was in Papierwährung bewertet passieren wird entscheiden alleine die Zentralbanken mit ihrer weiterführenden expansiven (inflationären) oder umgekehrten restriktiven (deflationären) Geldpolitik. Real, in Unzen Gold bewertet, stehen alle drei zinstragenden Anlageklassen Aktien, Immobilien und Anleihen in den kommenden Jahren vor einem Kollaps von 80 bis 90 Prozent! 


Gold und Goldaktien in EUR mit neuem Kaufsignal im Monat Mai

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Abb. 3: Goldpreis in EUR auf Quartalsbasis inkl. Momentumindikation von 12/1978 bis 05/2018 Quelle: GR Asset Management


Mit Beginn des zweiten Quartals 2018 kam es zu einem neuen antizyklischen Kaufsignal bei Gold in EUR (siehe hierzu das Überschreiten des roten GD´s in Abb. 3). Seit Ende 2013 sehen wir hier bereits wieder steigende Tiefs und steigende Hochs, was eindeutig das Fortführen der säkularen Hausse, welche zum Jahrtausendwechsel begann, bestätigt! Als nächstes wichtiges Preisziel ergibt sich eindeutig das Allzeithoch aus dem Jahr 2012!

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Abb. 4: Gold Miners ETF in EUR auf Monatsbasis von 11/2011 bis 05/2018 Quelle: GR Asset Management


Auch die Senior- und Junior-Goldaktien, bewertet in EUR, brachen im Mai aus ihrer, nunmehr schon fast zwei Jahre andauernden, Konsolidierung nach oben aus (siehe hierzu die grüne Markierung in Abbildung 4 und Abbildung 5). Nach dem Überschreiten des Jahreshoch 2016 ergibt sich auch hier eindeutig als nächstes wichtiges Kursziel das Allzeithoch aus dem Jahr 2011!

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Abb. 5: Junior Gold Miners ETF in EUR auf Monatsbasis von 07/2013 bis 05/2018 Quelle: GR Asset Management
 
 
Das GOLD-Stimmungsbild an der COMEX bestätigt das Kaufsignal im Mai

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Abb. 6: Gold COTs - Speculative Positions von 12/2014 bis 05/2018 Quelle: www.goldchartsrus.com 

Betrachtet man in Abbildung 6 das Stimmungsbild für Gold an der COMEX, anhand der Netto-Managed-Money-Position, so sehen wir das zweitschlechteste Sentiment seit dem zyklischen Tief zu Beginn 2016 (siehe hierzu die roten Kreise in Abbildung 6). Der jetzt sich abzeichnende Goldpreisanstieg sollte die Kraft besitzen, den fünfjährigen Widerstand bei 1.375 bis 1.400 USD/oz in den kommenden Wochen nach oben zu durchbrechen. Auch hieraus ergäbe sich dann als nächstes wichtiges Preisziel das Allzeithoch in USD aus dem Jahr 2011! 

"The next bear market is going to be worst in my lifetime. 
Before all this is over, Gold is going through the roof."
Jim Rogers am 16. April 2018 (ehemaliger Hedgefonds-Manager-Partner von George Soros)


Monatliche Diagnose des strategisch globalen Trends (Säkulare Trenddiagnose) 

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MSCI Weltaktien-Index in USD (oben) vs. MSCI Weltaktien-Index in GOLD (unten) von 12/69 - 05/18  
Quelle: GR Asset Management


DAX im Vergleich zu Edelmetallinvestments seit dem Jahrtausendwechsel 

(Am 31.12.1999 erreichte das CAPE mit 44 sein historisch einmaliges Hoch)

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DAX (blau) vs. GOLD (gelb), SILBER (grau), GOLDAKTIEN (rot), EDELMETALL-Portfolio (orange)
Quelle: GR Asset Management 


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