Florian Grummes: Silber - Trügerische Seitwärtsphase

Tags: Florian Grummes Pro aurum Silberedition 13.11.2017 Silber Silber in Euro SIL Silberaktien COT-Daten Sentiment Saisonalität Platin Palladium

Mittlerweile läuft die Korrektur beim Gold und Silber bereits über neun Wochen. Eigentlich ist preislich gesehen bislang alles im erwarteten Rahmen verlaufen. Allerdings ist die zähe und träge Marktverfassung äußerst trügerisch...

Charttechnisch springen mir derzeit jedenfalls kaum bullische Setups entgegen. Der Blick auf die CoT-Daten macht gleichzeitig deutlich, dass Gold und Silber wohl noch deutlich stärker unter die Räder kommen müssen, bevor hier wieder eine vielversprechende und bereinigte Lage vorliegt. Wir kennen dieses Spielchen ja zur Genüge. Die Profis schütteln den Baum solange, bis sich alle Hedgefonds und Trendfolger nicht mehr halten können. Beim Silber sind daher in den nächsten zwei Monaten noch Kurse im Bereich 15,50 USD – 16,00 USD zu erwarten. Für den Goldpreis bedeutet das vermutlich Kurse zwischen 1.210 und 1.240 USD. Hier würde sich dann mit überverkauften Wochencharts bei beiden Edelmetallen erneut eine gute Einstiegschance ergeben. Möglichen vorgeschalteten Zwischenerholungen ist daher vorerst nicht zu trauen.

Lesen Sie ab hier die komplette Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes

 

1. Silber in USD

Rückblick:

In den letzten fünf Wochen lief der Silberpreis unter geringen Schwankungen letztlich seitwärts.

Zunächst gelang den Bullen noch der Anstieg bis auf 17,44 USD. Hier war aber bereits das Ende der erwarteten Zwischenerholung erreicht. In der Folge kam es zu einem zweiwöchigen Kursrückgang, welcher bei 16,62 USD stoppte. Seitdem pendelt der Silberpreis zwischen 16,80 USD und 17,20 USD hin und her, ohne dass sich eine der beiden Seiten letztlich durchsetzen konnte.


Silber Monatschart:



Auf dem logarithmischen Monatschart für den Silberpreis wird deutlich, dass das Kursgeschehen im Grunde genommen seit Anfang 2016 zwischen 15,50 USD und 18,50 USD stattfindet. Zwar gab es im Sommer 2016 einen kurzen Ausreißer nach oben und in diesem Juli die Kapitulationskerze nach unten, letztlich läuft der Silberpreis aber übergeordnet seitwärts. Aktuell bewegen sich die Notierungen ziemlich genau in der Mitte dieser Seitwärtszone sowie in der Nähe des mittleren Bollinger Bandes (17,57 USD). Wie für eine Seitwärtsphase oft typisch, ist die Volatilität sehr niedrig.

Bei den Indikatoren kämpft das MACD-Kaufsignal von Anfang 2016 in den letzten Monaten ums Überleben. Bislang ist hier noch keine klare Entscheidung abzulesen. Auch die Stochastik hat im Juli eine Kaufsignal aktiviert, momentan wackelt aber auch dieses eigentlich bullische Signal.

Auf der Unterseite ist der Silberpreis in jedem Fall im Bereich um 15,50 USD mehr als solide unterstützt, während ein Durchbruch nach oben etwas leichter erscheint. Dennoch hat das ursprünglich favorisierte Ausbruchsszenario über 18,50 USD zuletzt deutlich an Wahrscheinlichkeit verloren.

Insgesamt braucht es also noch mehr guten Willen, um dem Monatschart auch weiterhin eine "vorsichtig bullische" Bewertung zu attestieren. Aufgrund der unklaren Lage bei den Indikatoren, ist derzeit nicht absehbar, in welche Richtung die Seitwärtsphase letztlich aufgelöst werden wird. 

Im ganz großen Bild dümpelt der Silberpreis seit zwei Jahren zäh vor sich hin, während das Allzeithoch um 50,00 USD momentan in weiter Entfernung liegt. Die Erholung seit dem Tief bei 13,62 USD im Dezember 2015 ist bislang überschaubar. Erst ein Monatsschlusskurs oberhalb von 26,50 USD bringt hier den entscheidenden Befreiungsschlag. Nur dann wäre der Weg in Richtung der Allzeithochs um 50,00 USD frei.


Silber Wochenchart:



Mit dem logarithmischen Wochenchart zoomen wir uns wie immer näher an das Kursgeschehen heran. Dabei wird die monatelange Seitwärtsrange noch klarer. Nachdem der August den Ausbruch über die wichtige Abwärtstrendlinie brachte, hat der Silberpreis im Zuge der laufenden Korrektur diese Linie Ende Oktober erfolgreich von oben getestet. Bislang hat dieser Vorgang aber noch nicht zu einer neuen Aufwärtsbewegung geführt.

Gleichzeitig wurde jedoch die überkaufte Lage auf dem Wochenchart mittlerweile vollständig abgebaut, so dass die Stochastik aktuell bereits fast die überverkaufte Zone erreicht hat. Es fehlen allerdings noch ein paar Wochen, bis der Oszillator wirklich "unten" ist und den Trendwendeprozess einleiten kann. Eine überverkaufte Stochastik auf dem Wochenchart legt in der Regel den Grundstein für eine mehrmonatige Aufwärtsbewegung am Silbermarkt. Die Indikatoren RSI und MACD präsentieren sich hingegen neutral. 

In jedem Fall erscheint die Korrektur, welche auf die steile Sommerrally im Juli und August folgte, noch nicht abgeschlossen. Entweder werden nochmals tiefere Preise in Richtung 15,50 USD notwendig oder die laufende Seitwärtskonsolidierung wird einfach fortgesetzt.

Damit bleibt der Wochenchart auf Sicht der nächsten vier Wochen „neutral“ und das Kursgeschehen wird wohl weiterhin zwischen 15,50 USD und 18,50 USD stattfinden. Die Lage bei den Indikatoren lässt aber in den kommenden Monaten (möglicherweise ab Mitte/Ende Dezember) eine Rally erwarten, welche den Silberpreis in den ersten Monaten des neuen Jahres wieder an die Marke von 18,50 USD bzw. zumindest bis zum oberen Bollinger Band (18,08 USD) treiben müsste.


Silber Tageschart:



Letztlich kam es auf dem Tageschart zum „roten Szenario“ und damit zu einer wenig überzeugenden Zwischenerholung. Preistechnisch hat sich allerdings unterm Strich in den letzten fünf Wochen nicht viel getan. Es fehlt weiterhin ein tieferes Tief als Abschluss der vermuteten ABC-Korrektur. Gleichzeitig kommen die Bären aber auch nicht wirklich voran, so dass man den Silbermarkt derzeit kurzfristig betrachtet wohl am besten mit "weder Fisch noch Fleisch" umschreiben muss.

Bei den Indikatoren scheint die Stochastik vor wenigen Tagen wieder nach unten gedreht zu haben, eindeutig ist das aber noch nicht. Auch die anderen beiden Indikatoren, MACD und RSI, liefern derzeit keine wirklich klare Aussage, sondern präsentierten sich eher neutral. Auffällig ist aber, dass sich die Bollinger Bänder (16,66 USD und 17,35 USD) zusammenziehen und damit den Handlungsspielraum kurzfristig weiter verkleinern. Erst wenn der Silberpreis eines der beiden Bollinger Bänder attackieren kann, dürfte klar werden, in welche Richtung sich die nächste Bewegung am Silbermarkt entladen wird.

Vorläufig hat eine weitere Ausverkaufswelle in Richtung 16,00 USD bzw. 15,50 USD erhöhte Wahrscheinlichkeit. Dennoch muss man den Bullen zugute halten, dass sie die Kurse nach wie vor in der Nähe der 50-Tagelinie (17,18 USD) und der 200-Tagelinie (17,18 USD) halten können.

Zusammengefasst fällt die Bewertung des Tagescharts aufgrund der aktuellen Pattsituation auf "neutral" zurück. Wahrscheinlicher ist eine Fortsetzung der Korrektur in Richtung der breiten Supportzone um 16,00 USD. Gleichzeitig liefern Kurse oberhalb von 17,35 USD wohl das Startsignal für einen erneuten Anstieg bis 18,50 USD.

 

2. Gold/Silber Ratio:



Beim Gold/Silber-Ratio hat sich in den letzten Wochen nicht viel getan. Weiterhin bewegt sich das Ratio in das blaue Konsolidierungs-Dreieck hinein. Allerdings rückt die Entscheidung hier näher. So wie sich die Stochastik auf dem Wochenchart präsentiert, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch nach oben erhöht.
Insgesamt liefert das Ratio derzeit also keine bullischen Indizien, sondern lässt eine weitere Abverkaufswelle bei den Edelmetallen als wahrscheinlicher erachten. Erst klar unterhalb von 74 - 75 Punkten verbessert sich das Blatt.


3. Silberminenaktien (SIL):



Bei dem für die Silberminenaktien repräsentativen Silberminen-ETF "SIL" sind die Würfel in den letzten Wochen bereits klar und eindeutig gefallen. Nachdem sich die Notierungen seit Jahresbeginn in einem großen Dreieck bewegt hatten, kam es Ende Oktober zum offensichtlichen Durchrutsch nach unten. Damit ist die monatelange Konsolidierung abgeschlossen und die Dreiecksformation nach unten aufgelöst worden. Mit diesen geklärten Umständen im Rücken konnten sich die Bären zügig ihren Weg nach unten bahnen und haben die breite Unterstützungszone zwischen 29,50 und 31,00 USD ansatzweise schon erreicht. 

Aufgrund der überverkauften Lage sind nun aus dieser Zone heraus jederzeit Zwischenerholungen möglich. Allerdings hat sich das charttechnische Bild doch stark eingetrübt. Außerdem lässt sich mit der Mindest-Höhe des aufgelösten Dreiecks ein Kursziel von ca. 27,00 USD für die Formation errechnen. Dem Silberminen-ETF droht also auf dem aktuellen Niveau nochmals ein Abschlag von ca. 12%.

Sollte dieses Ziel jedoch angelaufen werden, dürfte die mittlerweile sowohl auf dem Tageschart als auch auf dem Wochenchart vorliegende extrem überverkaufte Lage eine neue mehrmonatige Rally erzwingen. Zuletzt waren die Silberminenaktien deutlich schwächer als Silber. Gut möglich, dass die Silberminenaktien nun schon einen Schritt weiter im Zyklus sind und daher deutlich vor dem Silberpreis ihr Tief erreichen und die Trendwende einleiten.

In der Summe ist der Silberminen-ETF "bärisch". Seit dem Scheitern knapp unterhalb der genannten Marke von 35,00 USD (34,71 USD) kennen die Minenaktien nur noch die Richtung nach unten. Das untere Bollinger Band (30,66 USD) dürfte die Bären aber schon in dieser Handelswoche aufhalten und zumindest eine vorübergehende Zwischenerholung einleiten. 

Erste antizyklische Positionen machen bereits auf dem aktuellen Niveau Sinn, allerdings sollte man sich den Großteil des eingeplanten Kapitals für Kurse im Bereich 27,00 USD - 29,50 USD aufheben. So wie sich die Lage darstellt, wird der ETF diesen Bereich noch anlaufen.


4. CoT-Report:

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Die kumulierte Netto-Shortposition der kommerziellen Hedger belief sich zum letzten vorliegenden Stichtag (31.10.2017) mit 71.028 leerverkauften Kontrakte auf den Silberfuture immer noch in gefährlichem Terrain. Erst unterhalb von 25.000 leerverkauften Kontrakten ist die Gefahr eines durch die Profis erzwungenen Ausverkaufs wirklich gebannt.

Gleiches gilt weiterhin auch für den Goldmarkt. Hier hielt das "Smart Money" zuletzt 210.648 leerverkaufte Kontrakte auf den Goldfuture. Auch diese Zahl ist viel zu hoch und macht den Goldmarkt ebenfalls anfällig.

Insgesamt liefert der aktuell vorliegende CoT-Report weiterhin ein klares Verkaufssignal für Gold und Silber. Von einer antizyklischen Engstelle sind wir immer noch weit entfernt.


5. Sentiment:

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Die Sentimentdaten für den Edelmetallsektor präsentieren sich überwiegend neutral und ausgeglichen. Lediglich bei den beiden Minen-ETFs "GDX" und "GDXJ" lässt sich zumindest ansatzweise ein übertriebener Pessimismus messen. Wirklich antizyklisch interessante Werte liegen aber noch nicht vor.

Deutliche Fragezeichen bzw. Alarmsignale sendet hingegen die wöchentliche Kitco-Gold Umfrage. Bärische Analysten gibt es unter den befragten Profis offensichtlich gar nicht mehr. 86% jedoch sind bullisch. Unter den Amateuren beträgt der Anteil der Bullen 64%. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein derart einseitiges Ergebnis dieser Umfrage gesehen zu haben.

Zusammengefasst ist das Sentiment neutral, die Kitco Goldumfrage lässt mich persönlich aber sofort und reflexartig zum Bären mutieren!


6. Saisonalität:

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Im November konnte der Silberpreis im Durchschnitt der letzten vierzig Jahre ein Kursplus von 0,776% verzeichnen. Aktuell liegt der Silberpreis seit Monatsanfang mit einem Plus von 1,07% im grünen Bereich und damit innerhalb des saisonalen Musters. Typischerweise kommt es gegen Ende des Monats zu einem kurzen Anstieg auf den bis Mitte Dezember wieder eine kleine Abwärtswelle folgt.

In jedem Fall ist die Saisonalität derzeit positiv für den Silberpreis. Wirklich interessant wird es aber erst mit dem Beginn des neuen Jahres, denn in den Monaten Januar und Februar war meist eine deutliche Aufwärtsbewegung zu beobachten.


7. Silber in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet bewegte sich der Preis für eine Feinunze Silber in den letzten fünf Wochen zwischen 14,30 EUR und 14,85 EUR in einer engen Handelsspanne seitwärts.


Euro-Silber Wochenchart:



Seit dem Kapitulationscrash Anfang Juli kam es auf dem Wochenchart zunächst zu einer überzeugenden Erholungsrally. Trotz der folgenden Korrektur und der aktuell laufenden Seitwärtsphase muss die Erholungsrally noch nicht abgeschlossen sein. Eine eindeutige Trendwende gen Süden ist jedenfalls noch nicht auszumachen.

Allerdings liefert die Stochastik derzeit ein Verkaufssignal, welches durchaus nochmals tiefere Kurse und ein Anlaufen der breiten Unterstützungszone um 13,50 EUR - 14,00 EUR erzwingen könnte. Gleichzeitig sitzt das MACD-Kaufsignal jedoch noch fest im Sattel, während der RSI-Indikator neutral und damit ohne Aussagekraft vor sich hin dümpelt.

Auf der Oberseite müssen die Bullen die Widerstandszone um 15,00 - 15,20 EUR mittelfristig aus dem Weg räumen. Da hier auch das obere Bollinger Band (15,10 EUR) verläuft, dürfte ein möglicher zweiter Angriff zunächst zum Scheitern verurteilt sein. 

Auf der Unterseite hingegen sind Kurse unterhalb von 13,50 EUR auf Sicht der kommenden Wochen und Monate eigentlich nicht mehr zu erwarten. Zu stark sind hier die Verteidigungsstellungen der Bullen, welche zudem durch das untere Bollinger Band (13,60 EUR) noch unterstützt und verstärkt werden.

Insgesamt bleibt der Wochenchart "neutral" und lässt eine Seitwärtsbewegung zwischen 13,50 EUR und 15,00 EUR erwarten. 


Euro-Silber Tageschart:



Auf dem Tageschart wird die "zähe Aufwärtsbewegung mit Seitwärtsgeschmack" oder anders gesagt die "Seitwärtsphase mit leicht bullischem Drall" besser deutlich. Nur mühsam schleppen sich die Bullen hier in Mini-Schritten weiter nach oben. Nach wie vor laufen die Notierungen unterhalb des alten Dreiecks und unterhalb der 200-Tagelinie (15,27 EUR). 

Zwar haben sich die beiden Bollinger Bänder in den letzten Tagen um eine kleine Etage nach oben verschoben, insgesamt bleibt eine Fortsetzung der Seitwärtsphase aber zunächst das wahrscheinlichste Szenario.

Negativ ist das neuerliche Verkaufssignal beim Stochastik-Oszillator. Und auch beim flach verlaufenden MACD-Indikator deutet sich bereits ein Trendwechsel an.

Zusammengefasst muss der Tageschart wieder auf "neutral" zurückgestuft werden. Erst wenn die Bullen die fallende 200-Tagelinie (15,27 EUR) zurückerobern können, verbessert sich das Bild.

 

Handelsempfehlung:

Silber ist bis auf weiteres eine Halteposition.


8. Platin



Der Platinpreis stand vor fünf Wochen schon fast vor dem Durchbruch unter die alles entscheidende Unterstützungszone um 890 - 900 USD. Wie erwartet konnten sich die Bullen hier aber nochmals befreien. Dennoch reichte die Erholung bislang noch nicht mal bis zu 200-Tagelinie (954,37 USD). Immerhin fällt die 50-Tagelinie (944,88 USD) derzeit so schnell, dass sie am letzten Freitag fast das aktuelle Preisgeschehen erreicht hat.

Angesichts einer überkauften Stochastik und der insgesamt wenig überzeugenden Erholung, bleibt die Gefahrenlage am Platinmarkt extrem hoch. Sollten die Notierungen nun wieder gen Süden abtauchen, wird die genannte Unterstützungszone nicht mehr zu halten sein. Dann sind schnell Preise im Bereich um 800 USD pro Feinunze Platin denkbar.

In dieser schwierigen Marktphase kommen zumindest vom Terminmarkt (-25.448) als auch vom Sentiment neutrale bzw. ausgeglichenen Daten. Von dieser Seite her muss es also nicht zum Kurssturz kommen. Die charttechnische Verfassung sendet aber sehr wohl massive Warnsignale.

In der Summe ist der Platinpreis derzeit "zunehmend bärisch" einzustufen. Zwar sind weitere Erholungsrallies jederzeit möglich und müssen daher eingeplant werden, das primäre Szenario bleibt aber der Durchbruch unter die Unterstützungszone und ein Abverkauf in Richtung 800 USD.


Handelsempfehlung:

Platin bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.


9. Palladium

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Erneut lief der Palladiumpreis den anderen Edelmetallen in den vergangenen fünf Handelswochen mal wieder davon. Mittlerweile konnte dabei die psychologische Marke von 1.000 USD etwas deutlicher überschritten werden. Zu einem Wochenschlusskurs oberhalb dieser Marke reichte es aber noch nicht. Auf Jahressicht konnte Palladium schon um über 45% zulegen. 

Einer der fundamentalen Haupttreiber dürften die guten Absatzzahlen für Benzinautos sein, die durch die neuen Abgasvorschriften in Europa & Nordamerika und durch den Dieselskandal zusätzlich befeuert wurden. So liegt der Palladium-Anteil bei den Katalysatoren in Benzin-Motoren bei weit über 80% und sorgt damit für ein hohes Angebotsdefizit am Palladiummarkt.

Charttechnisch könnte der Palladiumpreis allerdings kurzfristig vor einem kleinen Rücksetzer stehen, denn der Stochastik-Oszillator hat bereits nach unten gedreht, während sich die Notierungen immer noch ganz oben am oberen Bollinger Band (1.015 USD) befinden. Auch beim MACD bleibt es bei den negativen Divergenzen, die uns nun schon seit Juni begleiten. Das Kaufsignal von Mitte Oktober ist aber noch aktiv.

Ein möglicher Rücksetzer dürfte wohl maximal bis in den Bereich zwischen 940 USD und 960 USD laufen. Hier warten die Aufwärtstrendlinie sowie das untere Bollinger Band (939 USD) als auch die 50-Tagelinie (950 USD). Ein derart massives Unterstützungscluster werden die Bären sicherlich nicht so leicht überwinden können.

In Summe ist der Palladiumchart "abnehmend bullisch". Um 950 USD könnte sich aber schon in Kürze eine interessante Nachkaufchance ergeben. Auf der Oberseite hingegen müssen die Bullen die Marke von 1.025 USD überwinden, um weiteres Aufwärtspotential freizusetzen.


Handelsempfehlung:

Palladium bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.


10. Zusammenfassung & Konklusion

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Mittlerweile läuft die Korrektur beim Gold und Silber bereits über neun Wochen. Eigentlich ist preislich gesehen bislang alles im erwarteten Rahmen verlaufen. Allerdings ist die zähe und träge Marktverfassung äußerst trügerisch. 

Charttechnisch springen mir derzeit jedenfalls kaum bullische Setups entgegen. Der Blick auf die CoT-Daten macht gleichzeitig deutlich, dass Gold und Silber wohl noch deutlich stärker unter die Räder kommen müssen, bevor hier wieder eine vielversprechende und bereinigte Lage vorliegt. Wir kennen dieses Spielchen ja zur Genüge. Die Profis schütteln den Baum solange, bis sich alle Hedgefonds und Trendfolger nicht mehr halten können. 

Beim Silber sind daher in den nächsten zwei Monaten noch Kurse im Bereich 15,50 USD - 16,00 USD zu erwarten. Für den Goldpreis bedeutet das vermutlich Kurse zwischen 1.210 und 1.240 USD. Hier würde sich dann mit überverkauften Wochencharts bei beiden Edelmetallen erneut eine gute Einstiegschance ergeben. Möglichen vorgeschalteten Zwischenerholungen ist daher vorerst nicht zu trauen.

 

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Quelle: pro aurum Silberedition vom 13.11.2017

 

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