Hard Asset- Makro- 41/19: Defla X - Na bitte, Hong Kong wirkt!

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von Mag. Christian Vartian

Wie stand es hier vor einer Woche: "Die US-Regierung hat eine massive politische Unterstütztung an China gesandt, indem sie das Niederknüppeln von Demonstranten in Hong Kong sogar begrüßte und China dazu gratulierte. Gesicht wahren, Trump ließ es die Chinesen beim Handel nicht, in der Politik tut er es und vielleicht ist diese ja wichtiger. Die atmosphärischen Vorboten zu den Spitzenbeziehungen zwischen Peking und Washington werden also bullischer, das bedeutet freundlicher."

Und weil Boeing mit der 737 Max noch nicht fertig ist (die sich geeigneterweise als Phase II geradezu anböte), kommt die Einigung eben in Phasen:

PHASE I:

  • China bezieht US-Agrarprodukte im Volumen von 40 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr;
  • China öffnet seinen Markt für Finanzdienstleister (USA dort führend);
  • Die für den 15. Oktober geplanten zusätzlichen Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 250.000 Millionen USD werden ausgesetzt;
  • Die bereits in Kraft befindlichen Ausgleichszölle der USA bleiben bestehen.


Was haben die beiden da gemacht?: Einen professionellen Job haben sie gemacht, denn das ist genau, was JETZT real und wirtschaftswissenschaftlich möglich ist.

Sobald US-Großgerät wieder verfügbar ist, kann man bis zum Ausgleich der Handelsbilanz durch Bestellung dieser schreiten, das ist dann Phase 2.

Reformquatsch war nie real, nicht bei Staatshaushaltssanierung, nicht bei Gegenleistungen zu EUR-Schwachstaaten-Rettung und eben auch hier nicht, es gibt kaum ein sinnloseres Wort als Reform.

Die Chinesen können schließlich nur mehr kaufen, was die Amerikaner real auch herstellen und das machen sie damit.

Von uns daher ein "bravo" zu diesem ersten Ergebnis, da ist nichts Enttäuschendes außer für verborte Neokonserven.

Wie stand es hier vor einer Woche:

"Falls es Airbus an den Kragen ginge ... Die ohnehin niedergeschrödertschäubelte (deflationierte und zu Tode lohneingesparte) Deutsche und Französische Exportwirtschaft, vielleicht würde sie ja dann ihren wirklich exzellenten Kunden Großbritannien endlich wieder schätzen und ihre Monopolisierung des Kontinents aufgeben und diesem volle Waren- und Dienstleistungsfreiheit gewähren, ohne jede EU- Mitgliedschaft. Immerhin haben DE und FR den Handelsüberschuß mit Großbritannien und vielleicht wird der ja noch wichtiger als je zuvor, weil es überall andernortes wegbricht ..."

Sieh da sieh da, auf einmal kann sich Herr Barnier nun doch einen Brexit mit logischem Deal (und der ist, was Johnson inhaltlich verlangt) vorstellen.

Not macht erfinderisch, sagte schon mein Opa!

Bärisch für Gold, bullisch für Aktien?: Nicht so schnell!

Zuerst einmal kann man ja die genetische Kreuzung aus beiden sowieso direkt halten



Das liebe Palladium wurde zwar zum Wochenschluß wieder etwas gedrückt, konnte aber immerhin mit der 1710 USD-Region neue ATHs anlaufen. Vernünftige Preise also wenigstens hier.

Gold ist ja ein "U", zwei Wände aufwärts und in der Mitte ein Hochplateau, folglich verlor es etwas auf dem reinen Krisenbein, um aber sofort etwas auf dem Rohstoff-/ Inflationsschutz-/ Aufschwungsbein zu gewinnen.

Soziologisch dürfte eine Menge "Krisenversicherung" derzeit im Gold stecken und die fließt ab während zu seinem Sonnenscheincharakter sofort etwas zufließt (im Sonnenscheincharakter liegt der Charakter des Goldes, weswegen ich es halte, weil IM SONNENSCHEIN PERFORMEN KÖNNEN STAATSANLEIHEN NÄMLICH NICHT, den Krisenversicherungsteil zumindest bis knapp vor "Licht aus" können Staatsanleihen genau so.)



Je nach Einschätzung der relativen Stärke der Geldströme heraus versus der Geldströme herein (je nach Paranoia versus Halskette & Hochlaststecker) wird wohl eine der gelben Linien halten. Bei Gold sind horizontale Marken weniger wichtig, eingedenk der hohen laufenden Förderung kommt es auf das zeitliche Zusammentreffen an und daher folgt es schrägen Linien, wenn man weiß, welchen, wesentlich besser. Denn diese schrägen Linien beinhalten eben den Zeitfaktor. WANN-WO ist bei Gold wichtiger als WO.

Welle 2 würden wohl Elliottisten sagen, ja, aber auf einer schräg gestellten X-Achse, würden wir hinzufügen.

1390 linear mit Schrägwinkel y = 1440 so als Hausnummer für das bullischste Szenario.

Eine Annäherung an eine paranoiafreie Sicht des Goldpreises, also der XAU JPY zeigt auch an, das da eigentlich nichts ist, weder im großen Bild



noch im kurzen Bild



162.500.- bis 160.000.- YEN/ Unze Range, keiner hat die Ohrringe storniert und die Hochlaststecker auch nicht.

Sie wissen ja: GOLD, weil Kupfer wird grün und ist aufwendig in der Lagerhaltung!

Da, wo wir das Problem der Förderung nicht haben, also bei den Aktien, wo man bei der Hauptversammlung weiß, wie viele gültige Aktien es gibt (und nicht irgendwer aus Geldnot irgendwo welche billig ausbuddelt) ist das Bild nun entspannter, aber auch nicht überragend



weil viele Sojabohnenernter halt nicht in den großen Indizes sind.

Es bleibt überall das Thema der verfehlten Geldpolitik der FED und akutem Mangel an Geldmenge. Die Inflationsdaten kamen schon wieder genau invers zu der Erwartung des FED Vorsitzenden von vor 6 Monaten herein, wen wundert es, hatte der Herr doch Teuerung mit Inflation verwechselt. Es deflationiert hurtig weiter, wenn auch diese Woche durch Gegensteuerung des privatbanklichen und börslichen Kreditgeldmultiplikators etwas abgeschwächt.

Wird jetzt das Gold sinken? Aber selbstverständlich wird es sinken!

1) Unsere Indikatoren zeigen einen Rückgang in den Ratios von: XAU (Gold/ GC) versus XAG (Silber/ SI) in die Region bis zu 77 an (wir stehen auf 84,5 und kommen von 93-94). Nur: Wann immer die silberne Linie auf der Vergleichsgraphik gegen die goldene Linie anstieg (also die XAU XAG Ratio sank)



fiel aber Gold nicht gegen Zahlungsmittel, nur gegen andere Metalle. (Auf der Graphik sehen Sie auch, dass Gold dem Silber industrierohstoffmäßig haushoch überlegen ist, nur ist Gold halt bei weitem nicht so monetär wie Silber)

2) Unsere Indikatoren zeigen einen Anstieg des S&P 500 versus Gold bis zu 2,18 an (grüne Linie)



falls der S&P 500 jetzt über die 2,02 kommt, an der er eben abprallte.

Also Boris Johnson: Weiter so, ein paar Meter noch und Dein Sterling senkt uns das Gold in der Art, wie uns das nichts ausmacht, nämlich nach Palladium dann endlich auch gegen Silber und das ist nicht bärisch für Gold gegen Zahlungsmittel.

Können wir das quantifizieren? 145,19 im GBP JPY (wir sind bei 137,047)

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