Heraeus: Edelmetalle Kompakt – Marktbericht vom 12.08.2013

Tags: Gold Silber Platin Palladium Heraeus Edelmetalle Kompakt Rhodium Iridium RUHTENIUM



Von Heraeus

Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und die Platingruppenmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Ruthenium und Rhodium gehören zum Kerngeschäft des Heraeus Konzerns. Am Standort Hanau ist das Tochterunternehmen Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH für den weltweiten Handel der Edelmetalle im Konzern tätig. In einem wöchentlich erscheinenden Marktbericht veröffentlicht das Unternehmen einen Marktüberblick in mehreren Sprachen.


GOLD


Gold fiel in der vergangenen Woche zurück auf ein Dreiwochentief von 1.277 $/oz. Und wie sollte es anders sein, geschah dies einmal mehr im Zuge von Aussagen zum vorzeitigen Ende des Quantitative Easing Programms der USA. Mehrere Mitglieder der Federal Reserve sprachen sich für ein Tapering des monatlichen Anleihekaufprogramms in Höhe von 85 Milliarden Dollar aus, so dass schrittweise Kürzungen des wirtschaftlichen Stützungsprogramms nun doch wieder zur Debatte stehen und ab September erfolgen könnten. Der erfolgte Rücksetzer kurbelte in Hong Kong, dem Hauptlieferanten von Gold für das chinesische Festland, die Nachfrage an und ließ laut Nachrichtenagentur Thomson Reuters die Aufgelder für physisches Material von 3 $/oz auf 5 $/oz ansteigen. Da der Goldpreis zunehmend von geldpolitischen Maßnahmen abhängt, die in den letzten Jahren die positive Entwicklung des Metalls beschleunigt haben, lässt deren potenzielle Einschränkung weitere Preissenkungen als wahrscheinlich erscheinen. Anleger könnten demnach weiterhin konkrete Aussagen seitens der Fed-Banker und ein noch tieferes Preisniveau abwarten, bevor sie wieder als Käufer aktiv werden. Zum Wochenende hin ist Gold, zusammen mit den anderen Edelmetallen, jedoch durch den schwachen US Dollar zunächst einmal wieder über einen Preis von 1.300 $/oz getrieben worden. Auch die US Währung war der Unsicherheit rund um die Fed-Haltung zum Opfer gefallen und handelt auf dem niedrigsten Niveau seit fast zwei Monaten – nicht nur im Verhältnis zum Euro. Zusätzliche Unterstützung erfuhr das Metall durch die Nachricht, dass die Goldproduktion in Südafrika im Juni um 14,1% gesunken war (im Vergleich zu 2012). Charttechnisch gesehen hat sich Gold mit dem heute Morgen erfolgten Preissprung aus dem seit etwa April bestehenden Abwärtstrend herausmanövriert. Eine deutliche Hürde stellt nun das Niveau um 1.350,00 $/oz dar, zumal Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen sind. Bei den derzeit sommerbedingt geringer ausfallenden Handelsvolumina können auch schwache Impulse bereits für Bewegung sorgen. In Euro betrachtet, tänzelt der Goldpreis um die 1.000 Euro und versucht diesen psychologisch wichtigen Widerstand zu überwinden.


SILBER


Was zunächst nach einer verlustreichen Woche aussah, schloss letztendlich mit einem Gewinn von etwas über 3% (Vgl. Gold 0,1%). Evans, Fisher und Lockhardt, Mitglieder der Federal Reserve, trieben mit ihren Aussagen, ein mögliches Tapering sei ab September doch nicht ausgeschlossen, die Preise zu Wochenbeginn nach unten. Silber legte im Zuge von Dollarschwäche und schlechter als erwarteten Arbeitslosenzahlen aus den USA (Initial Jobless Claims) am Donnerstag und Freitag dann jedoch noch einmal deutlich zu. Dass wir uns aktuell in einem „Sommerloch“ befinden, ist unverkennbar. Die Handelsvolumen liegen auf einem niedrigen Niveau, so dass das Metall grundsätzlich sensibler auch auf schwache Einflüsse reagiert. Nachdem Silber heute Morgen den Widerstand bei 20,60 $/oz nach oben durchbrochen hat und daraufhin mit Schwung auch die nächste Hürde bei 21,00 $/oz nahm, gestaltet sich das Bild grundsätzlich freundlicher. Als nächstes Ziel peilt das Metall nun die 22,00 $/oz an. Wichtige Daten diese Woche: US Retail Sales, GDP Eurozone (Mi.), Industrial Output USA (Do.), Michigan (Fr.).


PLATIN


Auch bei Platin sah es zunächst so aus, als müsse das Metall Federn lassen. Es schloss die Berichtsperiode dann jedoch mit einem deutlichen Gewinn von knapp 4% und folgte somit dem Trend des gesamten Edelmetallkomplexes. Tatsächlich sah das Metall am Futuresmarkt NYMEX die größte Preissteigerung in 13 Monaten! Auch grundsätzlich sehen wir Potential für weiterhin steigende Preise (à Heraeus Edelmetallprognose). Die für Platin wichtige Lage in Südafrika schwelt wie gehabt vor sich hin. Die Gewerkschaft AMCU hat den „Minen-Rahmenvertrag“, welcher unter anderem die Nachhaltigkeit der südafrikanischen Minenindustrie sichern soll, einmal mehr nicht unterschrieben. Ebenfalls kommen dem Preis die gesunkenen PGM Produktionsmengen zu Gute: Diese waren im Juni im Vorjahresvergleich um 18,9% gesunken. Der heutige Anstieg über 1.500 $/oz unterstützt zwar unsere grundsätzliche Meinung für steigende Preise. Doch kam die Preissteigerung so schnell, dass wir skeptisch sind, ob sich dieses Niveau kurzfristig verteidigen lässt.


PALLADIUM


Nachdem sich Palladium zuletzt regelmäßig von den anderen Edelmetallen durch eine positivere Entwicklung abhob, fiel das Metall Mitte letzter Woche bis auf 710,00 $/oz, um die Woche - wie auch die anderen börsennotierten Edelmetalle - dann doch mit einem Gewinn zu schließen (+1,6%). Während die USA im Juli anziehende Automobilverkäufe vermeldeten, gestaltet sich die industrielle Nachfrage aktuell verhalten – wenngleich, analog zu Platin, kurzfristige Preisrücksetzer in den letzten Wochen von der Industrie oftmals für Eindeckungen genutzt wurden. Nicht neu, jedoch in den letzten Tagen wieder vermehrt diskutiert, ist der generelle Trend immer weniger Platingruppenmetalle (PGMs) für Abgaskatalysatoren zu verwenden. Sollte es zu signifikanten Preissteigerungen kommen, wird diese Diskussion aller Voraussicht nach stärker in den Fokus rücken. Abzuwarten bleibt, ob sich der mögliche Nachfragerückgang aus diesem Bereich spürbar auf den Preis des Metalls auswirken würde. Wir erwarten, wie in unserer Halbjahresprognose dargestellt, bis zum Jahresende steigende Notierungen im Palladium.


RHODIUM, RUHTENIUM, IRIDIUM


Rhodium hat in den letzten Wochen eine nur sehr verhaltene Bewegung vollzogen. Der Preis hatte leicht nachgegeben und war unter 1.000 $/oz gefallen. Danach verhielt sich das Metall bei geringem Interesse auf beiden Seiten sehr still. Erst zum Ende dieser Woche gab es wieder erste Käufe zu verzeichnen, die fast ausschließlich von der Investment-Seite erfolgten und vor allem dem tieferen Preis geschuldet waren. Die Industrie hält sich im Gegenzug noch zurück - wobei sie vermutlich bei erneut steigenden Preisen mit auf den fahrenden Zug aufspringen wird. Diese könnte dann den Preisanstieg unterstützen und beschleunigen. Insbesondere aus Asien gab es schon erste Anfragen.


Ruthenium hat aufgrund komplett ausbleibender Nachfrage (à Heraeus Prognose 2. HJ 2013) etwas nachgegeben und handelt 5 USD tiefer bei 70 $/oz – 85 $/oz.


Im Iridium kann die etwas gestiegene Nachfrage die Überhänge noch nicht ausgleichen und handelt erneut schwächer. Seit unserem letzten Bericht hat der Preis um weitere 50 $/oz nachgegeben. Aufgrund fehlender Liquidität ist momentan auch keine fundamentale Änderung in Sicht.


© Florian Richardt, Manager Sales und Marketing,
© Sonia Hellwig, Senior Manager Sales und Marketing
Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH


Quelle: Heraeus


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Alle im Bericht genannten Preise sind Geldkurse im Interbankenmarkt, die Charts basieren auf Thomson Reuters.
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