Jim Sinclair: Die drohende, nicht erklärte Insolvenz von fünf systemrelevanten US-Banken

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Das Ellis Martin Report – Interview mit Jim Sinclair vom 30. Januar 2012

Das folgende Interview von Ellis Martin von www.EllisMartinReport.com mit Jim Sinclair berichtet detailliert über den diese Woche drohenden, nicht erklärten Zahlungsausfall von fünf der größten US-Banken gemäß der International Swaps and Derivatives Association. Christian Wind hat dieses extrem wichtige Dokument für unsere Seite übersetzt. Wir senden diesen Beitrag für jedermann lesbar, da wir von der Wichtigkeit von Sinclairs Aussagen überzeugt sind...

Dieses Ereignis hat das Potential, eine zweite Finanzkrise auszulösen, die erhebliche finanzielle Interventionen erfordern würde. Wenn Sie Zeit übrig haben, lesen Sie die Abschrift dieses Interviews. Und selbst wenn Sie keine Zeit haben, sollten Sie es lesen.

Originalquelle Ellis Martin Report

Interview:

Ellis Martin: Worüber willst du heute sprechen?


Jim Sinclair: Ich will über die ISDA, die International Swaps and Derivatives Association, reden.


 Ellis Martin: Gut.


Jim Sinclair: D.h. über die Leute, die darüber bestimmen, ob eine Gläubigerbank zahlungsunfähig ist oder nicht.


Ellis Martin: Gut.


Jim Sinclair: Wer sie eigentlich sind und was es bedeutet.


Ellis Martin: Gut, lass uns anfangen.


Jim Sinclair:  Nun ja, niemand spricht über die Sache. Sie [ISDA; Anm. d. Red.] ist die wichtigste Einzelorganisation, die mehr Macht als Regierungen besitzt. Sie wird entscheiden, ob in naher Zukunft fünf US-Banken insolvent gehen.


Ellis Martin: Bei naher Zukunft sprechen wir über Dienstag oder Mittwoche?


Jim Sinclair: Ich rede von dieser Woche, in der die endgültige Regelung über die Summe der Ausgleichzahlung für die griechischen Staatsschulden vereinbart wird.


Ellis Martin:  Sprichst Du von großen amerikanischen Banken?


Jim Sinclair: Fünf der größten US-Banken kontrollieren 97% aller Credit Default Swaps (CDS) [i.e. Kreditausfallversicherungen; Anm. d. Red.].


Ellis Martin: Oh, warum erscheint dieses Thema nicht in den Mainstream-Medien?


Jim Sinclair: Mediensperre.


Ellis Martin: Tatsächlich?           


Jim Sinclair: Auf jeden Fall.


Ellis Martin: Und die Märkte sind dessen vollkommen unbewusst. Ich meine…


Jim Sinclair: Die Märkte nehmen es überhaupt nicht wahr. Auch wenn die Entscheidung sicherlich zu ihren Gunsten gefällt wird, bleibt die Frage, wie man es machen kann, ohne das Gesicht zu verlieren.  


Ellis Martin: Wie würdest du es machen?


Jim Sinclair: Du weißt, ich bin gerade heraus. Die ISDA bestimmt, ob ein Kreditereignis zur Insolvenz erklärt wird oder nicht. Falls die Insolvenz erklärt wird, dann müssen die CDS in Kraft treten. Die CDS sind eine Art von Versicherung, die interessierten Marktteilnehmern eine Garantie auf die Staatsschuld gibt. 97% dieser Sicherheiten für die Staatsschuld werden von fünf der größten US-Banken gehalten.


Ellis Martin: Also wir können. . .


Jim Sinclair: Sie sind im Grunde Policen, die für Versicherungen bezahlt werden. Sie stehen unter Kontrolle der ISDA. Daher, falls das Offensichtliche, was jeder erwartet, passiert und der griechische Schuldenschnitt bis auf 30% runtergeht, wie um Gottes willen, will man das nicht einen Zahlungsausfall nennen.


Ellis Martin: Also, Griechenland mit einer Bevölkerung von einer Million; Griechenland mit einer Bevölkerung von 11 Millionen steht im Begriff eine mögliche Insolvenz von fünf US-Banken auszulösen.


Jim Sinclair: Wenn die ISDA dieses Kreditereignis zur Insolvenz erklären würde, was sie aber offenbar nicht machen wird. Die Frage aber ist, wie man etwas nicht Zahlungsausfall nennen kann, wenn der Gläubiger nur 30 Cent pro Dollar zurückbezahlt bekommt.


Ellis Martin: Das ist also ein Bankrott


Jim Sinclair: Schön wär’s; nur wenn die ISDA es erklärt, ist es so.


Ellis Martin: Verstehe.


Jim Sinclair: Die ISDA ist die entscheidende Organisation. Die International Swaps and Derivatives Association entscheidet, was ein Kreditereignis ist.


Ellis Martin: Das heißt, es ist eine willkürliche Entscheidung, die getroffen werden wird.


Jim Sinclair: Es handelt sich um eine willkürliche Entscheidung, die in aller Wahrscheinlichkeit nicht getroffen wird, auch wenn dies eine Kontradiktion bedeutet. Wenn du nur 30% deines Investments zurückerhältst, was um aller Welt kann dann noch als Zahlungsausfall gelten? Muss der Ausfall erst 0% betragen?


Ellis Martin: Diese Nachricht ist etwas beunruhigend, zumindest für mich und ich versuche, alles zu verfolgen. In deiner Position weißt du natürlich mehr als die meisten.


Jim Sinclair: Nun ja, wie du weißt, bin ich bereits über 50 Jahre in diesem Metier.


Ellis Martin: Wir werden dieses Interview schon bald veröffentlichen und jeder wird davon hören. Eine Menge Leute werde es hören. Und…


Jim Sinclair: Diejenigen, die das Schicksal der fünf führenden US-Banken entscheiden werden, sind die fünf Banken selbst. Denn sie beeinflussen mit der ISDA gerade diejenige Institution stark, die international darüber bestimmt, ob über ein Kreditereignis eingetreten ist.


Ellis Martin: Also die Banken bestimmten über ihr eigenes Schicksal.


Jim Sinclair: Und daher, was werden sie beschließen? Nicht einen Zahlungsausfall.


Ellis Martin: In Ordnung. Gießen wir hier weiterhin Benzin ins Feuer oder sind wir…


Jim Sinclair: Natürlich machen wir das, denn was ist ein Zahlungsausfall? Du verstehst, wer darüber entscheidet, was ein Kreditereignis ist, entscheidet auch darüber, ob die Credit Default Swaps fällig werden oder nicht. Die International Swaps and Derivatives Association ist diejenige Institution, die entscheidet, was ein Kreditereignis ist. Falls ein Kreditereignis zum Zahlungsausfall erklärt wird, würden die fünf Banken, die 97% der CDS ausgegeben haben, insolvent sein.


Ellis Martin: Nun, sicherlich werden sie sich nicht selbst . . .


Jim Sinclair: Natürlich werden sie nicht. Aber der Punkt ist, dass all dies das System dauerhaft schwächen wird, weil viele Leute einen solchen Handel abgeschlossen haben, dass sie jede Menge an Euro-Anleihen besitzen und gleichzeitig CDS gekauft haben, um sich in einem Spread abzusichern. Das ist genau wie MF Global zusammengebrochen ist. MF ging an dem 50%-Haircut zugrunde. Sie hatten CDS gekauft, aber die International Swaps and Derivatives Association hat behauptet, 50% wären kein Schuldenschnitte. Dies hat MF au dem Geschäft geworfen.


Ellis Martin: Nun, falls die Banken . . .


Jim Sinclair: Wer wird alles zugrunde gehen, wenn die 30% nicht zum Zahlungsausfall erklärt werden.


Ellis Martin: Was bleibt übrig?


Jim Sinclair: Die Frage ist, was ist ein Zahlungsausfall. Wenn es auf die 0% zuläuft, wird es der ISDA schwer fallen zu sagen, dies sei nicht ein Zahlungsausfall. Wir hatten wertloses Papier verkauft, in einer Beschäftigung, die over-the-counter-Derivate heißen. Diese sind verantwortlich für die enormen Profite und Boni an der Wall Street gewesen. Anstatt ihre Lektion zu lernen, haben die Banken wie verrückt CDS ausgegeben. Fünf der größten US-Banken haben 97% aller ausstehenden CDS emittiert. Da gibt es nun eine Organisation, die sich ISDA nennt, die willkürlich darüber entscheidet, ob ein Kreditereignis – ein Begriff, den sie erfunden haben – ein Zahlungsausfall ist oder nicht. Der 50%-Haircut der griechischen Staatsschulden wurde ursprünglich nicht als Zahlungsausfall erklärt. Als dies geschah, litten diejenigen darunter, die glaubten, sie besäßen eine Versicherung, da die ISDA entschied, die CDS würden nicht einen Schuldenschnitt von 50% absichern. Heute hören wir, dass wahrscheinlich ein weiterer Haircut der griechischen Schulden bevorsteht, so ungefähr in der Preisklasse mit einer 3 vorne. Vermutlich einigt man sich schließlich auf eine Rückzahlung von 30%. Was wird die ISDA dann sagen. Wird sie dies einen Zahlungsausfall nennen? Nun, die ISDA besteht aus den Mitgliedsbanken, die selbst die größten Leidtragenden wären, wenn ein Zahlungsausfall ausgesprochen würde. Daher ist es plausibel anzunehmen, dass in der großen Weisheit der ISDA eine 30%-Zahlung kein Zahlungsausfall ist. Dies wird Rückwirkungen auf diejenigen haben, die mittels CDS versucht haben, sich abzusichern.


Ellis Martin: Die da sind?


Jim Sinclair:  Alle diejenigen, wie MF Global, die gerade vor dem Clearinghouse pleite gegangen sind, weil sie dachten, sie würden einen risikolosen Handel abschließen, wenn sie Euro-Schulden aufkaufen und sich gleichzeitig absichern, indem sie CDS kauften.


Ellis Martin: Also alle übrigen Clearinghäuser, diese großen Clearinghäuser. . .


 Jim Sinclair: Jeder, der Geld von anderen benutzt hat und im Grunde ist es das, was sie getan haben. Mit diesen Instrumenten zu spekulieren, ist ein sehr ernsthaftes Problem.


Ellis Martin: Und niemand unterstützt diese Clearinghäuser.


Jim Sinclair: Nein. Und das schlimmste an allem ist, dass man nur Zeit schindet, bis die Schuld womöglich bei 0% ist und die ISDA nicht mehr behaupten kann, es wäre kein Zahlungsausfall eingetreten. In diesem Fall, wären wir noch schlechter dran als in 2008.


Ellis Martin: Glaubst Du, dass dies eine Zeitschiene für dieses Jahr ist?


Jim Sinclair: Es ist eine Zeitschiene für den Zusammenbruch des Euro und einer der Gründe, warum dieser Zusammenbruch so hart bekämpft werden wird. Aber es ist ein Ereignis, dass stattfinden kann, weil 50% sicherlich einen Zahlungsausfall darstellt. 30% ist sicherlich ein Zahlungsausfall. Und wenn es auf 0% zuläuft, wie in Gottes Namen willst du es anders nennen als einen Zahlungsausfall. Und in diesem Fall verbrennen sie sich selbst. Ich meine, jeder der denkt, das gerade geltende System wäre ohne Risiko, ist völlig von Sinnen. Es ist jetzt noch mehr in Gefahr, dank der CDS, als noch 2008, als man over-the-counter-Derivate auf Grundbesitz ausgeschrieben hat.


Ellis Martin: Das ist ein untragbares Risiko.


Jim Sinclair: Es ist ein untragbares Risiko. Aber geh nur zu Google und suche unter International Swaps and Derivatives Association. Diese Branchenvereinigung ist mächtiger als jeder Regierung.


Ellis Martin: Worin besteht die Gefahr für unserer Hörer, für die Leute, die jetzt gerade dieses Programm hören?


Jim Sinclair: Eine Wiederholung von 2008, nur schlimmer. Anders gesagt, das Risiko für die Hörer ist, dass man eine zweite Finanzkrise durchleben muss, die mindestens genauso viel, wenn nicht noch mehr finanzielle Interventionen verlangt, als bereits gemacht.


Ellis Martin: Kann das passieren?


Jim Sinclair: Sicherlich.


Ellis Martin: Gibt es eine Rettung?


Jim Sinclair: Ich kann Papier drucken, aber das wird Konsequenzen haben.


Ellis Martin: Wird dies in einem Wahljahr passieren?


Jim Sinclair: Es wird alles unternommen werden, damit es nicht geschieht. Also, wohin gehen wir? Wir gehen auf einen Haircut von 30% zu, der offiziell kein Zahlungsausfall sein wird. Allerdings erkennst du, dass wir dadurch genau das gleiche tun wie damals, als der Immobilien-Markt stetig bergab ging und alles unternommen wurde, damit unsere besicherten Immobilien-Investitionen das Triple-A-Rating behielten. Jedoch, du kannst dieses Spiel spielen. Aber es gibt einen Endpunkt für das Spiel, da du nichts wirklich unternimmst. Das einzige, was du tust, ist den Abfluss zu verstopfen. Aber du unternimmst nichts, um die Lage zu verbessern. Nichts wird unternommen, damit Griechenland wieder in die Spur kommt. Griechenland wird auf 50%-Haircut zulaufen. Es wird auf 30% zulaufen.. Ja, vermutlich geht es sogar auf 0%. Und was dann?


Ellis Martin: Der Dollar wird stärker. Gold erlebt einen Rückzieher, korrigiert. Letzt endlich all dieser Abwärtsdruck auf Gold. . .


Jim Sinclair: Der Dollar geht in Asche auf, weil man global zur Quantitative Easing (QE) [quantitativen Lockerung; Anm.d.Red.] übergehen muss.


Ellis Martin:  Nun . . .


Jim Sinclair: Es gibt kein Mittel, das Ganze zu bekämpfen, als QE. Und QE wirkt sich negative auf den Dollar aus, nicht positiv.


Ellis Martin:  Nun, das hast vorausgesagt ein neues QE-Programm, das sog. QE3, wird dieses Jahr durchgeführt.


Jim Sinclair: Tatsächlich wird es diese Woche verkündet werden.


Ellis Martin: Ja.


Jim Sinclair: Dies geschieht unbedingt. Du weißt, die Leute verstehen nicht die Zerbrechlichkeit des Systems. Und man wird wieder die Risse übertünchen, weil - ja du hast Recht – dies nicht nur ein Wahljahr ist, sondern man bereits bei 50% übertüncht hat und sie werden es bei 30% wieder tun. Der Mechanismus besteht einfach darin, dass die ISDA erklären wird, das dieses Kreditereignis nicht ein Zahlungsausfall ist.


Ellis Martin: Dies wird also ein stilles Papierdrucken werden.


Jim Sinclair: Ja. Aber alles was man tut, ist, man schreitet bis zu einem Punkt voran, an dem nichts weiteres mehr unternommen werden kann.


Ellis Martin: Also im Gegensatz zu 2008, als das Übertünchen, das Quantitative Easing, noch ein großer Aufmacher in den Medien war, wird dieses nichts Bemerkenswertes mehr sein.


Jim Sinclair: Es wird eine Nachricht wert sein, aber es wird zu einer neuen Story, nach der alles relativ in Ordnung gebracht wurde. Weil die ISDA ein Kreditereignis ohne Zahlungsausfall ausspricht, was das System weiter schwächen wird.


Ellis Martin: Der Nachrichten-Hype über das Quantitative Easing in 2008 sollte eine politische Hilfe für die Partei sein, die gewonnen hat.


Jim Sinclair: Es musste davor herauskommen, weil Quantitative Easing gut für die Aktienmärkte ist. Und der Grund dafür, dass die Aktienmärkte jetzt nicht gut laufen, ist, weil es genügend Leute gibt, die begreifen, was tatsächlich abläuft. Aber QE ist sehr gut für die Aktien.


Ellis Martin: Edelmetalle?


Jim Sinclair: Aktien.


Ellis Martin: Aktien im Allgemeinen.


Jim Sinclair: Aktien im Allgemeinen.


Ellis Martin: Nun . . .


Jim Sinclair: Netflix.


Ellis Martin: Netflix.


Jim Sinclair: Nicht speziell. Was ich sagen will, ist, QE, Liquidität ist immer das Schmieröl auf den Rädern der Aktienmärkten gewesen. Und dieses Antriebsmittel der Aktienmärkte wird auch immer Liquidität bleiben. Und was heute gut für Gold ist, ist ebenso gut, wenn nicht sogar besser, für Aktien im Allgemeinen. Die Tatsache, dass Aktien im Allgemeinen nicht spektakulär performen, nachdem bekannt gegeben wurde, dass wir global zu QE3 zurückkehren, ist dem Umstand geschuldet, dass die Märkte unsicher darüber sind, wie die ISDA das Kreditereignis einstufen wird und über den höher ausfallenden Haircut für Griechenland. Weil es ein Wahljahr ist und weil es undenkbar wäre, dass man die CDS in Kraft treten lässt, die nicht genug durchfinanziert sind, um zu greifen. So dass man eine weitere Banken-Rettung in Angriff nehmen müsste. Letztlich wird es geschehen müssen, weil dieses Vor-sich-her-schieben keine wirtschaftliche Erholung Europas zeitigen wird, welche die Defizit-Pflichten der Regierungen finanzieren können.


Ellis Martin: Diese Banken-Rettung . . .


Jim Sinclair:  Es ist ein komplizierter Käse, aber lass dir versichern, es ist real.


Ellis Martin:  Diese Banken-Rettung kann vermutlich nicht im Jahr 2012 passieren.


Jim Sinclair: Fass es so auf, wenn es passieren müsste, würde sie erfolgen. Aber alles Mögliche würde unternommen werden, damit es nicht passiert. So wie die Finanzierung des Rollover der Kredite, die bereits durchgeführt wurde. Die Fed hat die Swaps angekündigt. Und der IMF ist mit Notlinien hervorgetreten. Die Kombination dieser Maßnahmen kommt der Summe der Rollover im ersten Quartal gleich, ohne dass weitere Finanzierungen nötig wären. Was das zweite Quartal betreffen wird, ist eine andere Geschichte.


Ellis Martin:  Lass uns nun für einen Augenblick über die allgemeine Lage an den Aktien- und Wertpapiermärkten sprechen.


Jim Sinclair: Sicherlich. Aktien und Wertpapiere wie die IBMs und Netflixs dieser Welt . . .


Ellis Martin: Die Googles, Facebooks dieser Welt.


Jim Sinclair:  . . . Nicht die alten Aktien, ok? Sie werden stark durch die Rückkehr zu QE unterstützt. Hm, warum gehen sie also nicht durch die Decke. Weil ein Kreditereignis vor der Tür steht.


Ellis Martin:  Na klar. Nun sprechen wir nicht nur zu Investoren in Edelmetallen, Gold und Silber, sondern auch zu Investoren, die in einer Vielzahl von Werten investiert sind, z.B. in Aktien, Google, Microsoft und so weiter. Und dann gibt es noch das Gold im Gesamtbild. Und natürlich wollen wir jetzt etwas Geld verdienen. Was sollen wir tun?


Jim Sinclair: Man muss die kritische Situation von heute verstehen. Zu diesem Zeitpunkt, in dem wir hier miteinander sprechen und man uns zuhört. Die Rückkehr zur quantitativen Lockerung hat Auswirkungen auf die Liquidität. Historisch gesehen und auch für die Zukunft gilt, dass der wesentliche Motivator für die Aktienmärkte, für die Netflixs und die Googles dieser Welt, Liquidität ist. Der Grund, warum wir 2009 aus dem Bärenmarkt heraus kamen, war Quantitave Easing. Der Grund, warum wir in der Lage waren, die relativ hohen Niveaus der gebräuchlichen Aktien zu halten, d.h. einen Dow um die 12.000, war ohne Frage Liquidität. Das Schmieröl auf den Rädern der Aktienmärkte waren nie unbedingt die Gewinne pro Aktie. Nicht notwendigerweise historische Bewertungen. Sondern eher das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Liquidität in den Märkten zu jeder bestimmten Zeit. Das Aufkommen von Quantitative Easing ist gut für Gold. Es ist gut für alle Aktienmärkte. Es ist negativ für den Dollar und positiv für alles andere außer den Dollar. Jedoch ist QE keine Lösung für alles. Quantitative Easing oder der Zuwachs an Liquidität bzw. die Schaffung von Geld aus Luft ist der Blasen produzierende Mechanismus, den man bei den Immobilien erlebt hat. Es ist der Blasen produzierende Mechanismus, den man bei den Vermögenswerten beobachten kann. Es gibt denjenigen Menschen Geld in die Hand, die Investment-Entscheidungen treffen müssen. Diese treffen sie üblicherweise gemäß den Richtlinien, mit denen sie vertraut sind and nach denen sie gewohnt sind zu handeln. Heute stehen wir an der Schwelle zu einem Kreditereignis, das darüber bestimmt, wie die griechischen Schulden von den Euro-Ländern behandelt werden. Die Leute, die darüber bestimmen, was ein Kreditereignis ist, sitzen in der International Swaps and Derivatives Association. Sie wird bestimmen, ob das Kreditereignis ein Zahlungsausfall, ein Staatsbankrott ist oder nicht. Praktisch befinden wir uns in einem Wahljahr. Praktisch und unter Berücksichtigung, dass fünf der größten US-Banken 97% der Verpflichtungen aus den CDS tragen, d.h. dass sie die Käufern dieser Finanzinstrumente gegen einen Zahlungsausfall von Euro-Anleihen abgesichert haben. Also die CDS sind grundsätzlich Versicherungspolicen, die Maklerfirmen ausgestellt haben. Und da existiert eine Institution, die über diese Rahmenverträge wacht. Sie wurde in den frühen 1990er Jahren gegründet. Diese Organisation bestimmte, dass Goldman, Deutsche Bank und Konsorten ausbezahlt wurden für ihre besicherten, aber schließlich nicht gedeckten Wertpapiere. Es ist die Organisation, die darüber entscheiden wird, ob ein Staat bankrott ist oder nicht. Wenn wir jetzt weiter denken. 97% dieser Versicherungspolicen wurden von fünf der größten US-Banken ausgegeben. Das Kreditereignis steht vor der Tür, mit 30%, auf jeden Fall, etwas mit einer 3 vorne. Wo wird der Euro sein? Wird die Rückzahlung der griechischen Schuld zu einem Zahlungsausfall erklärt oder nicht? Entschuldigung. Ja, ein Kreditausfall oder keiner durch die International Swaps and Derivatives Association. Die International Swaps and Derivatives Association besteht hauptsächlich aus Repräsentanten der Banken, die mit diesen CDS handeln. Und die Logik sagt uns, dass egal was mit den griechischen Schulden geschieht, sie entschlossen sind, es nicht einen Zahlungsausfall zu nennen, da bei einem anderem Entschluss sie zahlen müssten. Was ich hier für sie tue, ist darzulegen, warum es zu mehr und nicht zu weniger Liquidität in den Märkten kommen wird. Warum wir schon auf diesem Weg sind und warum die Fed in der letzten Woche eine Rückkehr zu QE angekündigt hat. Noch davor hat die Fed Ende Dezember 500 Milliarden Dollar an Swaps der EZB zukommen lassen, die wiederum dieses Geld an ihre Mitgliedsbanken ausgeliehen hat. Diese wiederum haben dieses Geld benutzt, um Euro-Schulden aufzukaufen, was ein globales Quantitative Easing bedeutet. Die Kernaussage besteht darin: was gerade stattfindet, ist gut für Aktien und gut für Gold-Investments, aber es ist schlecht für den Dollar. Es ist sehr kompliziert. Wir haben diese Welt so kompliziert gemacht, dass Einfachheit in den Casinos nicht mehr vorkommt. Daher die Kernaussage dieser Analyse: sowohl die Aktienmärkte als auch die Gold-Aktien und Gold selbst sollten steigen. 80 bis 82 ist die Spitze für den Dollar aus fundamentalen Gründen. Die tatsächliche Relevanz dieser Analyse besteht darin: Man kann das Spiel mit den CDS nicht viel weiter treiben, denn es gibt einen Endpunkt und der heißt 0. Wie in aller Welt sollte die International Swaps and Derivatives Association behaupten, dass Griechenland nicht bankrott ist, wenn es nur 10% von seinen Schulden zurückzahlt? Wir schulden ihnen nichts. Und fünf große Banken haben deren Schulden versichert. Und im Vergleich mit den Schuldensumme, die sie versichert haben, besitzen die Banken nicht das nötige Kapital. Es ist ein weiteres Papierspiel, das wir geschaffen haben, um die Banken-Branche zu bereichern und die gesamte Welt einem immensen Risiko auszusetzen.


Ellis Martin: Also, wer die beiden vorherigen Blasen gemocht hat, der wird auch diese lieben. . .


Jim Sinclair: Du wirst sie mögen, du wirst sie bis zum bitteren Ende mögen.


Ellis Martin: Mindestens für ein Jahr oder vielleicht auch für zwei.


Jim Sinclair: Absolut.


Ellis Martin: Und dann heißt es, pass auf.


Jim Sinclair: Ja.


Ellis Martin:  Um dies zum Abschluss zu bringen, was ist der bester Weg, sich als Investor dagegen zu positionieren?


Jim Sinclair: Nun es ist ein Faktor. Ich bin ein Anhänger von Gold als Währung. Ich neige zum Konservatismus. Aber die Wahrheit ist, dass dasjenige, war gerade geschieht, worüber ihr hier im Radio über die allgemeine Lage bei den Aktien berichtet, nicht ignoriert werden sollte.


Ellis Martin:  Investierst du gerade in übliche Aktien?


Jim Sinclair: In speziellen Situationen immer. Dinge, die ich aus den einen oder anderen Gründen mag, treffen immer mein Interesse.


Ellis Martin: Sprichst du je über diese Dinge oder ist es etwas nur für dich selbst.


Jim Sinclair: Diese Dinge laufen zwischen mir und mir selbst als Händler ab


Ellis Martin: Ok, verständlich. Ich hatte das Vergnügen in der jüngsten Ressourcen-Konferenz in Vancouver auf David Duval zu treffen. Es kam zu einer großen Ausgelassenheit im Saal. Und die Veranstaltung war überfüllt. Ich war ziemlich in Beschlag genommen. Der Edelmetall-Sektor ist in den nächsten Jahren stark im Kommen.


Jim Sinclair: Und er würde noch besser abschneiden, wenn die Aktien in die gleiche Richtung nach oben gehen würden.


Ellis Martin: Interessant.


Jim Sinclair: Nicht das sie in die Binsen und runter gehen.


Ellis Martin: Glaubst du, dass genauso viel Liquidität in die Gold-Aktien fließen wird wie in die anderen Aktien?


Jim Sinclair: Nein. Die gesamte Kapitalisierung der Goldaktien kommt nicht gegen die von einem großen Aktienwert wie IBM an. Der Gedanke, dass man jemals mehr Liquidität bekommt in etwas, das mit Gold in Verbindung steht, ist falsch. Man kann Preismacht in den Goldmarkt bekommen, aber nicht Liquidität.


Ellis Martin: Lass uns über die jüngsten Ereignisse bei Tanzanian Royalty Exploration Corp sprechen, dem Unternehmen, dessen Präsident du bist.


Jim Sinclair: Nun, wir hatten einige sehr gute Bohrergebnisse und unsere Hoffnungen und unser Fokus liegt darauf, diese zwei neuen Entdeckungen in Lunguya und Buckreef weiter zu fördern. Wir hatten zusätzlich 43-101s, die online veröffentlicht werden. Wir verfolgen verschiedene Anträge auf weitere Minen-Lizenzen. Wir befinden uns in einer wesentlichen Wachstumsphase. Und dies wird alle unsere Aktionäre erfreuen.


Ellis Martin: Nach geringen Rücksetzern in den letzten Monaten hat der Aktienkurs in den letzten 6 Wochen gut performt.


Jim Sinclair: In der Tat. Und vielfach nicht nur unserer. Denn wenn du dich umguckst und vergleichbare Unternehmen mit exzellentem Management und exzellenten Aktiva betrachtest, haben sie das gleiche erlebt. Gewisse Hedge-Fonds habe ein großes Spiel gespielt, das nun ausgespielt ist, weil man sich überreizt hat.


Ellis Martin:   Nun Jim es ist immer . . .


Jim Sinclair: Schau auf das Unternehmen von McEwens, das bietet ein gutes Beispiel.


Ellis Martin:  Willst du darauf etwas ausführlicher eingehen?


Jim Sinclair:  Wenn du uns mit U.S. Gold und beide Charts vergleichst, dann erkennst du kaum Unterschiede in den Abwärtsbewegungen. Und du weißt, McEwen ist außerordentlich gut bekannt im Gold-Geschäft, mit immensen Erfolgen und guten Aktiva und Aktivitäten zur Zeit. Er litt zur gleichen Zeit wie wir. Wir litten genauso wie er. Die Muster ähnelten sich so haargenau, dass sie von den gleichen Leuten gezeichnet schienen. Nicht von unterschiedlichen. Diese Dinge passieren nicht aus Zufall. Die technische Analyse mag zwar von den meisten als der Königsweg angesehen sehen, wie sich der momentane Preis entwickeln wird. Aber in Wahrheit kann sie auch gefärbt und manipuliert werden, um Leute zu bereichern oder zu schröpfen.


Ellis Martin: Du nimmst es also persönlich? 


Jim Sinclair: Ja.


Ellis Martin: Jim, es ist immer ein Vergnügen mit dir zu sprechen. Vielen Dank für dieses fantastische Interview.


Jim Sinclair: Du und deine Hörer sollten unbedingt unter ISDA nachschlagen. Geh zu ihrem Google-Eintrag oder dem Schleimtitel, den sie benutzen, um dich über die International Swaps and Derivative Association zu informieren.


Ellis Martin: Es handelt sich um www.ISDA.org. So heißt ihre Website.


Jim Sinclair: Schau und informier dich über sie.


Ellis Martin: Danke Jim. Ich danke dir, dass du hier mit uns heute gesprochen hast.


Jim Sinclair: Ich habe es genossen, da wir uns heute über ISDA unterhalten haben, die mächtiger ist als die Regierung, was ihre Entscheidung betrifft, die sie vermutlich diese Woche treffen wird.


Ellis Martin: Danke Jim. Dies war mein unediertes Interview mit Jim Sinclair per Telefon. Jim Sinclair ist der Präsident der Tanzanian Royalty Exploration Corporation, die an der New York Stock Exchange unter dem Symbol TRX gehandelt wird. Wir haben über die Gesellschaft in dem Interview gesprochen wie wir es immer machen. Tanzanian Royalty ist ein zahlender Sponsor des Ellis Martin Report. Danke fürs Zuhören. Ich bin Ellis Martin.

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