Markus Blaschzok: Gold glänzt wieder

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Am Mittwochabend veröffentlichte die US-Notenbank wieder einmal ihre neuesten geldpolitischen Entscheidungen. In Kürze wolle man damit beginnen die Bilanz der Notenbank zu verkürzen, indem man die Gelder der fälligen Anleihen nicht mehr in neue Schuldpapiere reinvestiert. Auch eine weitere fünfte Zinsanhebung zum Jahresende ist unvermindert auf der Agenda. Der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft in den USA hätten sich verbessert. 

Dennoch kam kurzzeitig Druck auf den Dollar, der mit 93 Punkten im USD-Index den tiefsten Stand seit einem Jahr erreichte. Begründet wird diese Rektion mit dem Eingeständnis der FED, dass die Teuerung kurzzeitig unter die Zielmarke von 2% in den USA gefallen sei. Die Marktteilnehmer sehen darin eine versteckte Ankündigung, dass man von einer weiteren Zinsanhebung abrücken wolle und so trieben die Dollarbären manisch und von Gier getrieben den Dollar auf ein neues Jahrestief. 

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Die offizielle Teuerung in den USA stieg zuletzt nicht mehr so schnell 



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Der US-Dollar fiel auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. 


Nach meiner Analyse ist längst eine deutliche Blase am Devisenmarkt für den Euro und den Dollar entstanden, wobei die Kleinspekulanten aktuell zum Zwecke der Distribution bzw. Akkumulation, je nachdem ob man den Euro/USD oder USDX handelt, in die Märkte gelockt werden. Dazu passt, dass sich nur Minuten vor der US-Notenbanksitzung EZB-Ratsmitglied Nowotny zu Wort meldete und die Aussagen Draghis auf der letzten Notenbanksitzung der EZB vor einer Woche konterkarierte. 

Während Draghi erst vor einigen Tagen klar darstellte, dass eine Straffung der Geldpolitik frühestens im Herbst erstmals diskutiert würde, man aber jederzeit bereit sei das Ankaufprogramm auszuweiten, sagte Nowotny nun das Gegenteil. Er hielte es für klug, bei den Anleihekäufen langsam vom Gas zu gehen, wobei eine Diskussion über die technischen Aspekte eines Endes der QE-Programme nötig sei.

Es war Wasser auf die Mühlen der Spekulanten, die den Euro kurzzeitig auf ein Hoch von 1,177$ treiben konnten und gerade dabei sind sich zu verausgaben. Das ganze Gerede um einen Exit aus der expansiven Geldpolitik kann man getrost ignorieren, denn es ist klar, dass die Aufkäufe von Staats- und Unternehmensanleihen auch in 2018 erst einmal fortgesetzt werden im Euroraum. 

Draghi versprach die Zinsen bis Ende 2018 weiterhin bei null Prozent zu belassen, sodass es sich keineswegs um eine annähernd vergleichbar restriktive Politik wie in den USA handeln wird bis mindestens Ende 2018, womit mittelfristig auf Sicht der kommenden 6-12 Monate die Tendenz wieder bei einem stärkeren US-Dollar liegen dürfte. Es scheint absurd, dass die Märkte den USA, die sich ökonomisch besserstellen konnten, keine weiteren Zinsanhebungen zutrauen und die bisherigen Zinsschritte für einen Fehler halten, da die US-Wirtschaft in Realität ja ganz schlecht dastehen würde. 

Auf der anderen Seite glauben sie trotz der Euro-, Banken und Migrationskrise bei schwacher Wirtschaftsentwicklung in Europa, dass die EZB die Zinsen bald anheben und die lockere Geldpolitik beenden würde. Sicherlich wird die EZB in Zukunft das Ankaufprogramm drosseln und die USA wieder ein neues QE-Programm auflegen, doch bis Ende 2018 scheint dieser Wechsel im Staffellauf um die schwächste Währung der Welt unwahrscheinlich zu sein.

Vielmehr dürfte Draghi die zuletzt langsamer angestiegene harmonisierte statistische Teuerung dazu nutzen, um die Finanzielle Repression noch einige Zeit fortzuführen und das QE-Programm so lange wie möglich in die Länge zu ziehen, um das Bankensystem weiterhin zu rekapitalisieren. Dies geschieht, indem man weiter Geld druckt, sodass der Euro pro Jahr um etwa 8% bis 10% Prozent entwertet wird, während man offiziell eine niedrigere Teuerung von 2% ausweist und die Leitzinsen bei 0% belässt. Dadurch wird der Steuerzahler in die Irre geführt und verdeckt über die Inflation beraubt, damit die sozialistischen Europrojekte weitergeführt werden können. 

Ohne die illegitime direkte und indirekte Subventionierung der Banken und EU-Staaten über den Ankauf von 30.000 Schrottanleihen, wäre der Euro wohl spätestens 2008 zerbrochen und auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet. Nur durch sozialistische Dauerrettung eines gesamten Währungsraumes wurde dieses unausweichliche bittere Ende bis dato hinausgezögert.

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Die offizielle Teuerung in Europa stieg zuletzt nicht mehr so stark und gibt der EZB so mehr Luft die Ankäufe zu verlängern. 



EZB kauft Schrottanleihen mit Laufzeit bei 2199

Nebst der Rekapitalisierung des Bankensystems geht es auch um das sozialistische Projekt der undemokratisch, zentralistisch politischen Vereinigten Staaten von Europa (Sowjeteuropa), die über die Druckerpresse und die verdeckte Enteignung der Steuerzahler sichergestellt werden soll. Waren die bisherigen Rettungen der Euroländer teilweise nicht schon absurd genug, so hat die EZB nun noch einmal einen draufgelegt und portugiesische Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis 2199 gegen frisch gedrucktes Zentralbankgeld aufgekauft. 

Bei einer Inflation von nur 2% entspricht der Rückzahlungsbetrag im Jahr 2050 gerade einmal noch 50% der aktuellen Kaufkraft und am Ende der Laufzeit im Jahr 2199% nur noch 2,5%! Für jeden 100-Euroschein, den der deutsche Steuerzahler den Portugiesen gibt, bekäme er bei 2% Inflation nur noch 2,5 Euro zurück. Bei einer seit Bestehen des Euros eher realen Inflationsrate von 8% bis 10% entspricht der Rückzahlungsbetrag nicht mal mehr 0,000001 Euro am Ende der Laufzeit. 

Man könnte eigentlich gleich das Geld der Deutschen direkt von ihren Konten ins Ausland überweisen, was auf exakt das Gleiche hinauslaufen würde. Doch das würde der schlafende Deutsche Michel dann doch merken. Exakt den gleichen Raub über Inflation und späterer Abwertung aller Vermögen über Nacht bemerkt er hingegen nicht.


Große Bitcoinbörse womöglich gehackt und bestohlen

Eine der ältesten Handelsbörsen für die wichtigsten Kryptowährungen, wie beispielsweise dem Bitcoin, wurde Anfang der Woche ohne Vorwarnung geschlossen. Zur etwa gleichen Zeit tauchte in der Blockchain von Bitcoin eine Überweisung in Höhe von 169 Mio. Dollar auf, die auf einen erfolgreichen Hackangriff auf die russische Handelsbörse hinweisen könnte oder den Versuch, Gelder in Sicherheit zu bringen. Genaue Informationen, ob die Einlagen der Investoren noch vorhanden oder gestohlen wurden, sind bis dato nicht bekannt - die Börse selbst hält sich bedeckt und schiebt "unplanmäßige Wartungsarbeiten" vor. 

Zur gleichen Zeit wurde in Griechenland der Russe Alexander V. wegen Geldwäsche verhaftet, der angeblich auch Chef von btc-e gewesen sein soll. Angeblich soll er geholfen haben über btc-e 300.000 Bitcoins aus dem Raub der japanischen Handelsbörse Mt. Gox zu waschen. Es scheint fast so, als müssten alle Investoren, die über btc-e Geschäfte gemacht haben, ihre Einlagen als Verlust abschreiben.


Gold glänzt wieder

Da der Euro nur relativ stark zum US-Dollar ist, aber sonst fundamental weiter den Bach runtergeht, stiegen die monetären Edelmetalle in den letzten beiden Wochen wieder deutlich an. Der Goldpreis konnte 60$ (+5%) auf über 1.260$ zulegen, wobei der Anstieg auf Eurobasis immerhin 20€ beträgt. Der Anstieg im Silber lag bei über einem US-Dollar (+7%) und wichtige charttechnische Marken sind kurz davor zu brechen. Auf Eurobasis ist der langfristige seit Anfang 2014 andauernde Aufwärtstrend immer noch intakt und ein neuer Anstieg des Goldpreises steht womöglich unmittelbar bevor.

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Beim Euro gibt es eine extreme spekulative Übertreibung 



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Der langfristige Aufwärtstrend beim Gold in Euro ist weiterhin intakt



Nach dieser Korrektur und der relativen Stärke der Edelmetalle zu den Papierwährungen, scheint der Zeitpunkt, um wieder etwas physisches Gold für das Edelmetalldepot zu kaufen, ideal zu sein. Das Gold/Silber-Ratio ist mit aktuell 76 äußerst günstig für Silber. Man sollte daher überproportional mehr Silber als Gold im Edelmetalldepot halten und dieses erst dann zugunsten von Gold wieder tauschen, wenn das Ratio unter 50 notiert oder gar in den Bereich von 30 abgerutscht ist. Silber ist jetzt besonders günstig und verspricht einen dreimal stärkeren Anstieg auf Sicht der kommenden 10 Jahre. Das Chance/Risiko-Verhältnis von Silber ist damit noch einmal deutlich besser als das von Gold.

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Das G/S-Ratio spricht langfristig für eine Outperformance von Silber 



Technische Analyse zu Silber

Die wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten Daten für Silber zeigen eine Bereinigung des Terminmarktes zu 87%. Insbesondere die Amplitude der Bereinigung in der kurzen Zeit ist beachtlich. Ein Short-Squeeze ist jetzt jederzeit möglich. Leider zeigt sich im Moment noch eine fundamentale Schwäche, die jedoch mit stärkerer Investmentnachfrage wieder verschwinden sollte, wenn der Goldpreis erst einmal stärker angestiegen ist. Insgesamt steht jetzt alles auf Grün und der Silberpreis sollte weiter ansteigen können.


Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

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Weitere CoT-Charts zu insgesamt 26 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf www.blaschzokresearch.de



Silber in US-Dollar

Nach dem über viele Wochen hinweg richtig prognostizierten Sell Off im Silber auf unter 15 US-Dollar, gab es ein Intraday-Reversal. Der Terminmarkt hatte sich bei dem Sell Off nahezu völlig bereinigt und zwei kurzfristige Abwärtstrends wurden bereits überwunden. Damit gab es neben dem antizyklischen Kaufsignal auch zwei kurzfristige prozyklische Kaufsignale mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis. Auf Sicht der nächsten drei bis sechs Monate dürfte Silber jetzt wieder ansteigen. Wir erwarten, dass dabei die Hochs des letzten Jahres sogar übertroffen werden können!

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Silber bildete eine Umkehrformation aus, worauf ein steiler Anstieg folgte und Widerständedurchbrochen wurden



Gold in Euro

In Euro kämpft der Silberpreis aktuell aufgrund des relativ starken Euros immer noch mit dem mittelfristigen Abwärtstrend. Sobald dieser auch noch überwunden werden kann, dürfte es zu massiven Eindeckungen bei den Spekulanten kommen und ein Short-Squeeze, der zu einem schnellen Anstieg führt, ist dann sehr gut möglich! Sollte der Euro in der zweiten Jahreshälfte wieder zur Schwäche neigen, was unsere Erwartung ist, so dürfte gerade der Anstieg von Silber in Euro gerechnet umso stärker ausfallen. 

Die Tiefs des Vorjahres wurden nicht ganz erreicht und es sieht aktuell nicht so aus, als würde es noch zu einem weiteren Rücksetzer kommen. Womöglich ist dies die letzte Chance um Silber in Euro gerechnet so günstig kaufen zu können. Wertet der Euro den Rest des Jahres ab, so dürfte der Silberpreis im nächsten Anstieg die Hochs des letzten Jahres hinter sich lassen. Ein Anstieg um 50% in den nächsten 12 Monaten wäre dann gut möglich.

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In Euro ist Silber kurz davor den Abwärtstrend zu brechen
 
© Markus Blaschzok
Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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