Markus Blaschzok: Gold vor neuer Rallye zum Jahresstart?

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Die US-Notenbank hob vergangene Woche die Zinsen wieder um 25 Basispunkte an, womit sie ihr Versprechen erfüllte. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fielen auf ein 44-Jahrestief, was im Zuge höherer Inflation und gleichzeitig solider Wirtschaftsdaten weitere Zinsanhebungen im kommenden Jahr ermöglicht. Aktuell plant die US-Notenbank drei Zinsanhebungen im kommenden Jahr und eine Reduktion der Notenbankbilanz von bis zu 500 Mrd. US-Dollar. Im Januar sollen wie geplant 20 Mrd.$ Dollar an Liquidität dem Markt entzogen werden mit steigender Tendenz bis zu 50 Mrd. $ monatlich für den Rest des Jahres. Zinsanhebungen und Liquiditätsentzug werden also den Dollar tendenziell stärken.

 Die USA und Europa fahren aktuell eine gegensätzliche Geldpolitik

 

Am Donnerstag tagte dann die Europäische Zentralbank, welche plant die Leitzinsen über einen ausgedehnten Zeitraum weiterhin niedrig zu halten, weit über das geplante Ende des QE-Programms im September 2018 hinaus. Man betonte wieder, dass man bereitstehe ggf. das Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen auszuweiten, wenn sich Probleme am Horizont zeigen. Man sieht die offizielle Preissteigerung erst in 2020 bei 1,7%, was noch deutlich unter der Zielmarke von 2% liegt und somit die aktuell expansive Geldpolitik rechtfertigt. Über mindestens ein bis zwei Jahre hinweg Nullzinsen bei gleichzeitiger Ausweitung der Geldmenge um 270 Mrd. Euro werden den Euro schwächen.

Obwohl die Notenbanken seit geraumer Zeit ihre Ankündigungen und Versprechen erfüllen, hat sich der gesamte Markt praktisch gegen die Notenbanken gestellt und erwartet seit einem Jahr eine lockerere Geldpolitik in den USA und eine Restriktive in Europa. Dies hat dazu geführt, dass die Spekulanten nie stärker auf einen steigenden Euro am Terminmarkt gewettet haben, wie aktuell.

 Der gesamte Markt hat auf Trendwende in der europäischen Geldpolitik und einen Anstieg des Euros gewettet

 

Dies sieht man deutlich an der Positionierung an der Terminbörse CME. Sollten die Notenbanken weiterhin ihre Versprechen halten und ihren geplanten Weg weitergehen, werden die Eurobullen an die Wand gedrückt und zerquetscht. Bei dieser starken einseitigen Blase gibt es genügend Enttäuschungspotenzial und es stellt sich die Frage, wie lange die Eurobullen ihre Position noch unter den gegebenen Umständen halten können. Es herrscht akute Einbruchsgefahr beim Euro für die kommenden sechs Monate. Investoren sollten sich vor einem Einbruch des Euros von bis zu 15% schützen.

 

Stehen die Edelmetalle vor einem neuen Anstieg?

Wenn der Euro an Kaufkraft verliert, steigt der Goldpreis in dieser Fiat-Währung gerechnet an. Gold in Euro könnte unabhängig von der aktuellen Preisschwäche im neuen Jahr deutlich ansteigen, wenn die Europäische Zentralbank ihren Vermögen zerstörenden Weg weitergeht. Vor einigen Monaten wurden wir bei 1.340$ kurzzeitig bärisch für den Goldpreis und unsere Prognose hat sich erfüllt. Jetzt, da der Preis zurückkam und sich das Jahresende nähert, bildet sich das Fundament eines neuen Anstiegs des Goldpreises aus.

Seit vier Jahren fiel der Goldpreis immer in den letzten ein bis zwei Quartalen um zwischen Weihnachten und Neujahr ein Tief auszubilden. Pünktlich zum Jahresbeginn setzte dann immer eine deutliche Rallye ein, wie folgender Chart zeigt.

 Der Goldpreis startete immer zwischen Weihnachten und Neujahr eine neue Rallye ins neue Jahr mit deutlichen Anstiegen

 

Diese Muster ist diametral gegensätzlich zu der weit verbreiteten und völlig falschen vermeintlichen Saisonalität vom Gold, die im letzten Quartal immer deutliche Anstiege indiziert. Seit Jahren sage ich bereits, dass diese überall kursierenden Saisonalitäten falsch berechnet und Unsinn sind. Wir haben diese vor einigen Jahren selbst erstellt und sind zu völlig anderen Ergebnissen gekommen. Dennoch werden diese falschen Berechnungen zur Saisonalität im Gold und Silber nach Trittbrettfahrermanier einfach von jedem geglaubt, kopiert und nachgeplappert. Deshalb halten sich, zu meiner Verwunderung, die Mythen um die vermeintliche Saisonalität bei Gold und Silber hartnäckig bei „Analysten“ und Wirtschaftskommentatoren. Dazu kommt, dass die Saisonalität ein nachrangiger Indikator ist, dem viel zu viel Gewichtung in Analysen gegeben wird.

Die aktuelle Geldpolitik der Notenbanken sorgt dafür, dass sich der Zinsspread zwischen Europa und den USA weiter ausdehnt. Dies ist bullisch für den Dollar und bärisch für den Euro.

 Im kommenden Jahr sind weitere Zinsanhebungen in den USA zu erwarten

 

Die Chancen stehen gut, dass Gold und Silber auch diesmal wieder zum Beginn des neuen Jahres anziehen und wieder ansteigen könnten. Womöglich finden sich in den kommenden beiden Wochen ideale Kaufkurse in einem kurzen Sell Off, den man für physische Käufe nutzen sollte. Jene, die kurz vor der Rente stehen, müssen jetzt vorsichtig sein. Sollte der Euro im kommenden Jahr um 15% bis 20% abwerten, so entwerten sich auch die Ansprüche und der Wert Ihrer Renten- und Pensionsansprüche lösen sich in Luft auf. Sorgen Sie jetzt vor mit dem Kauf von Gold und Silber als Absicherung gegen die Inflationspolitik der EZB.

 

TECHNISCHE ANALYSE ZU SILBER

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

 

Die noch aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten Daten für Silber, zeigten in den vergangenen beiden Wochen eine gute Bereinigung der Spekulation, was gut ist. Viel Luft nach unten scheint nicht mehr vorhanden zu sein, sodass man einen nächsten letzten Rücksetzer auf 15$ als antizyklische Kaufgelegenheit sehen kann.

 Der Terminmarkt für Silber zeigt eine sehr gute Bereinigung in den vergangenen beiden Wochen

 Die einfache Darstellung zeigt an der gelben Farbe, dass Silber nun im Kaufbereich angekommen ist.

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf www.blaschzokresearch.de

 

Chartanalyse zu Silber in US-Dollar

Im September gab ich bei 18,20$ ein Verkaufssignal für Silber mit dem Ziel bei 15,XX$, was in der Vorwoche bereits erreicht wurde und wir Teilgewinne mitgenommen haben. Nach der starken Bereinigung des Terminmarktes, hatten wir noch vor Börsenschluss am Freitag unsere letzten Shortpositionen glatt gestellt und die Gewinne eingefahren. Der Boden dürfte gefunden sein. Sollte der Preis zwischen Weihnachten und Neujahr noch einmal zurücksetzen bis unter 15,50$, so wäre dies ein antizyklisches Kaufniveau. Im besten Fall hält sich Silber jetzt über 16$ und steigt nun an.

 Der Sell Off für Silber in US-Dollar fällt wahrscheinlich aus

 

Chartanalyse zu Silber in Euro

In Euro hat der Silberpreis noch einmal die Unterseite seiner langfristigen Handelsspanne angelaufen. Aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB erwarten wir im kommenden Jahr im Zuge eines schwächeren Euros wieder Preise bei 16,50€ oder höher. Notierungen zwischen 13,50 € und 12,50€ sehen wir als langfristige antizyklische Kaufkurse. Mittel- bis langfristig agierende Investoren sollten dieses Preisniveau für Käufe nutzen. Auch Trader haben von uns ein grünes Signal, charttechnische Kaufsignale anzunehmen.

 Slber in Euro ist im Bereich des antizyklischen Kaufsignals

 

Gold/Silber-Ratio

Das langfristige Ratio von Gold zu Silber zeigt uns, dass Gold historisch gesehen relativ teuer zum Silber ist. Aufgrund der industriellen Verwendung von Silber und dessen ständigen Verbrauchs, ist im nächsten Bullenmarkt mit einem Engpass und einer Outperformance von Silber zum Gold zu rechnen. Das Ratio notiert aktuell bei 76, wobei 80 eine historische Obergrenze darstellt. Dieses Ratio dürfte in den kommenden zehn Jahren bis in den Bereich von 30-50 fallen. Demnach sollte Silber in etwa doppelt bis dreimal so stark ansteigen wie der Goldpreis auf Sicht der kommenden zehn Jahre. Der langfristig orientierte Investor sollte daher vermehrt auf Silber setzen und dies in einem Edelmetalldepot strategisch zum Gold deutlich übergewichten, um bei einem Ratio zwischen 30-50 das Silber dann wieder gegen Gold zu tauschen. Auf diese Weise lässt sich eine deutliche Outperformance von mehreren Hundert Prozent über die Jahre verwirklichen.

 Das Gold/Silber-Ratio spricht für den Kauf von Silber

 

© Markus Blaschzok
Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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