Die 10%-Wette - Warren Buffett setzt 50 Mrd. USD auf eine Karte

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vom Smart Investor

Warren Buffett ist nicht dafür bekannt, ein Fan von Diversifikation zu sein. „Diversifikation bedeutet, nicht zu wissen, was man tut“, lautet eines seiner bekanntesten Zitate. Mit seinem Investment in Apple belegt er dieses Mantra einmal mehr. Schließlich hat er seit 2016 eine rund 50 Mrd. USD schwere Position in der Aktie des iPhone- und iPad-Herstellers aufgebaut, die etwa 25% des Aktienportfolios von Berkshire Hathaway oder rund 10% des Marktwertes des Konglomerats ausmacht... Dies ist zudem beachtlich, weil der Börsen-Altmeister damit seinen Grundsatz, die Finger von Technologie-Aktien zu lassen, über Bord wirft. Was lange Zeit nach einem genialen Schachzug ausgesehen hat, erscheint im Licht des jüngsten Kursrückgangs der Apple-Aktie nun jedoch etwas riskanter. Schließlich gab Apple mit den Zahlen zum letzten Quartal einen verhaltenen Ausblick. Einige Zulieferer des Unternehmens haben ebenfalls bereits ihren Ausblick gesenkt und vor reduzierten Produktionszahlen gewarnt. Die Börsianer sehen die hohe Abhängigkeit vom iPhone (60% Umsatzanteil im jüngsten Quartal) und die aktuell hohen Margen zunehmend als Risiko an. Denn kurz zusammengefasst läuft Apple Gefahr, dass seine Kunden nicht mehr gewillt sind, die absurd hohen Preise für seine Smartphones zu bezahlen. Doch Buffett wäre nicht Buffett, würde er eine Aktie wie Apple nur für wenige Monate halten. Gerade bei einer Position in dieser Größe darf man annehmen, dass er seinem Motto treu bleibt. Demnach ist die von ihm favorisierte Haltedauer „für immer“! Doch was sieht Buffett – der selbst angeblich kein iPhone benutzt – in der Aktie und was bedeutet dies für Otto Normalanleger?

 

Lifestyle statt Elektronik

Was aus den Äußerungen von Buffett zum Thema Apple klar wird, ist zunächst einmal Folgendes: Apple ist für ihn kein Technologieunternehmen, sondern ein Lifestyle-Anbieter. Ein Gedanke, auf den ihn mutmaßlich seine beiden Portfolio-Manager Ted Weschler und Todd Combs gebracht haben. Der Wert von Apple liegt demnach vor allem in der „Apple-Sphäre“. Denn wer ein iPhone besitzt, ist eben auch geneigt, seine Musik bei Apple Music zu streamen oder eine App bei Apple zu kaufen oder zu abonnieren. Ablesbar ist dies an den zuletzt merklich steigenden Umsätzen des Segments „Service“. Beachtlich ist zudem, dass Apple ein vermutlich im Elektronikbereich einmaliges Kunststück vollbracht hat. Während typischerweise Elektronikgeräte mit jeder Generation günstiger werden bzw. zum gleichen Preis einen besseren Leistungsumfang bieten, konnte das Unternehmen aus dem Kalifornischen Cupertino seit Jahren mit jeder neuen iPhone-Generation höhere Preise durchsetzen. Mit 1.650 EUR kostet das Top-Modell des Hauses mittlerweile deutlich mehr wie ein gut ausgestatteter Laptop. Wie Buffett jedoch in einem Interview sagte, steht diesem Preis eben auch ein entsprechender Nutzen gegenüber. So würde er beispielsweise lieber auf seinen Privatflieger als auf sein iPad verzichten. Letztendlich ist ein Investment in Apple also eine Wette auf die Zahlungsbereitschaft der Kunden und ihre Abneigung, das dicht gesponnene Netz der Apple-Services bewusst zu verlassen. Statt einem riskanten Hochtechnologieinvestment ist die Aktie daher eher ein mittelmäßig wachsender Markenartikler geworden, der mit dem aktuell 13 fachen des 2019er Ergebnisses zudem nicht übermäßig teuer ist. Langfristig könnte es sich also lohnen, dem Orakel von Omaha einmal mehr zu folgen.

 

Die etwas andere Klimakonferenz

Am Freitag und Samstag besuchten wir die inzwischen 12. Internationale EIKE Klima- und Energiekonferenz des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE). EIKE-Präsident Dr. Holger Thuss und seinen Mitstreitern war es wieder einmal gelungen, die Themen Klima, Energie und Energiewende in einem dicht gedrängten Programm mit mehr als 20 Vorträgen, aus jenen Blickwinkeln zu beleuchten, die im Klima-Mainstream keine Rolle spielen. Obwohl das Klima-Thema in der öffentlichen Diskussion derzeit nur ein Schattendasein führt, waren deutlich mehr Zuhörer bei der diesjährigen Konferenz anwesend als beispielsweise noch vor einigen Jahren.

Das offizielle Narrativ zum Klima, das den Bürgern unaufhörlich eingehämmert wird, geht bekanntlich in etwa so: Die Erde erwärmt sich. Schuld daran trägt vor allem der Mensch mit seinem CO2-Ausstoß, gefolgt von jenen Rindern, die nur deshalb pupsend auf der Weide stehen, weil der einmal wöchentlich stattfindende, 7-tägige Veggie-Day nicht streng genug durchgesetzt wird. Das menschliche Rindvieh muss daher – mit freundlicher Unterstützung der UN – seinen „CO2-Hufabdruck“ verkleinern und es muss Buße tun, z.B. in Form exorbitanter Strompreise. Widerspruch ist nicht gerne gesehen, weshalb notorischen Klimasündern von führenden Klimapäpsten ein eigenes, mutmaßlich CO2-neutrales Fegefeuer angedroht wird – „Selbstverbrennung“. Wo aber so viel Gutes für die Menschen getan wird, wo so viele Daten massiert und so dramatische Modelle komponiert werden, da rollt zwangsläufig auch der eine oder andere (Steuer-)Rubel. Das allerdings gehört dann schon nicht mehr zum offiziellen Narrativ.

Wer dagegen in die falsche Richtung forscht, wie die Professoren Henrik Svensmark und Nir Shaviv, der ist für eine adäquate Ausstattung seines Labors auch schon einmal auf private Spenden angewiesen. Die beiden präsentierten ihre aktuellen Forschungen zum Einfluss der kosmischen Strahlung auf das Klima. Ein weiteres Highlight war die Präsentation von Prof. Stefan Kröpelin, der sich mit der „Grünen Vergangenheit der Sahara“ befasste. Seit Jahrzehnten erforscht er die im Sahara-Sand abgelagerten „hochauflösenden Klimaarchive“, konnte dort jedoch keine Bestätigungen für die propagierte Theorie dramatischer Klimakipppunkte finden. Die weit überwiegende Zahl der Vorträge stammte übrigens von Professoren, die ihre wissenschaftlichen Fundamente noch in einer Zeit gelegt hatten, als die politisierte „Klimawissenschaft“ noch keinen Einzug an den Universitäten gehalten hatte. Es ist allemal interessant, sich mit den Aussagen dieser Experten argumentativ auseinanderzusetzen – auch und gerade, weil sie im aktuellen Diskurs eine Minderheit darstellen. Denn erstens wird die Wahrheit nicht per Mehrheitsentscheidung gefunden, ganz besonders nicht in der Wissenschaft, und zweitens waren es nie die Ja-Sager, sondern stets die Zweifler, die ein Wissensgebiet entscheidend vorangebracht haben.

Auch der offene, von gegenseitigem Respekt getragene Diskurs zeichnete die EIKE-Klimakonferenz aus. Kreischende Aktivisten oder das argumentfreie Niederbrüllen abweichender Meinungen fehlten hier völlig. Wer seinem Gehirn also ein paar Denkanstöße zu den Themen Klima und Energie zumuten will, dem sei die Website von EIKE wärmstens empfohlen. Auf dem Youtube-Kanal des Instituts werden zudem auch in Bälde die einzelnen Vorträge der Konferenz verfügbar sein.

 

Fazit

Zwischen Warren Buffets Berkshire Hathaway und Apple deutet sich eine Liaison ganz besonderer Art an. Wer Buffett kennt, weiß, dass es sich hierbei nicht um ein kurzes Techtelmechtel handeln wird.

© Ralph Malisch, Christoph Karl

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