Florian Grummes: Gold - Zurück auf Los?

Tags: Sentiment Saisonalität US-Dollar Euro Gold in Euro Gold-Silber-Ratio Florian Grummes Goldedition vom 22.02.2016 pro aurum Gold

Rückblick:

Die letzten Wochen am Goldmarkt hielten große Überraschungen bereit und waren nichts für schwache Nerven. Der Goldpreis konnte Anfang Februar aus dem fallenden Keil deutlich früher als erwartet ausbrechen. Die Folge war ein dramatischer und fast senkrechter Befreiungsschlag, welcher die Notierungen in wenigen Handelstagen bis auf 1.263 USD empor schnellen ließ. Seit diesem Hoch am Donnerstag, den 11.Februar bewegt sich Gold aber doch mehr oder weniger klar korrektiv. Das offene Gap bei 1.237 USD wurde am letzten Donnerstag noch geschlossen.

Gold in USD Monatschart:

Erstmals seit dem Crash im Frühjahr 2013 macht der logarithmische Monatschart wieder ernsthafte Hoffnungen auf eine übergeordnete Trendwende. Knapp drei Jahre lang bewegte sich der Goldpreis hier in einem fallenden Keil nach unten. Erst durch das Hoch bei 1.191 USD im vergangenen Oktober wurde die Keil-Formation auf dem Chart sichtbar. Nimmt man die zugrunde liegende Höhe des fallenden Keils und legt sie an die Ausbruchsstelle bei 1.140 USD an, so errechnet sich ein mittelfristiges Kursziel bei ca. 1.500 USD. Dieser Bereich stellt eine massive Hürde dar, denn der Goldpreis prallte bei allen Rücksetzer ab dem Herbst 2011 und auch im Jahre 2012 insgesamt dreimal klar von dieser ehemaligen Unterstützungszone nach oben ab. Seitdem der Goldpreis im Frühjahr 2013 unter diese Marke gekracht ist, fungiert sie logischerweise als Widerstand. Die Wahrscheinlichkeit ist jetzt enorm hoch, dass mit dem Ausbruch aus dem Keil diese markante Widerstandszone im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre angelaufen werden wird.

Ein vorheriger Rücksetzer an die Ausbruchsstelle steht dem mittelfristig sehr positiven Ausblick nicht Weg, sondern würde die erfolgreiche Trendwende eher noch bestätigen.

Auch den Indikatoren scheint nun auch endlich etwas Leben eingehaucht worden zu sein. Der MACD deutet nach langer Durststrecke ein klareres Kaufsignal an. Ebenso kann sich der RSI auf en höchsten Stand seit fast drei Jahren hocharbeiten. Die Stochastik schließlich hat sich aus dem bärisch eingebetteten Zustand befreit und wartet mit einem klaren Kaufsignal auf.

Insgesamt hat sich das Bild auf dem Monatschart deutlich aufgehellt und liefert berechtigten Grund zu einem mittelfristigen Optimismus.

Gold in USD Wochenchart:

Auf dem Wochenchart lässt sich neben dem fallenden Keil nach wie vor auch ein Abwärtstrendkanal konstruieren. Trotz des fulminanten Anstieges in den letzten Wochen ist die Verbindungslinie der letzten markanten Hochs noch nicht nachhaltig gebrochen worden. Die Bären haben also noch einen letzten Trumpf in der Hand und es wäre keine Überraschung wenn die Zone zwischen 1.240 – 1.263 USD zunächst nicht geknackt werden kann.

Bei den Indikatoren hat der MACD zwar erst kürzlich ein Kaufsignal generiert, sein Histogramm ist aber schon sehr weit gelaufen. Der RSI wirkt ebenfalls schon recht ambitioniert. Vor allem aber mahnt die klar überkaufte Stochastik hier zur Vorsicht und könnte eine tiefgehende Korrektur in den kommenden Wochen erzwingen.

In der Summe hat sich auch der Wochenchart klar verbessert, die eher überkaufte Lage sendet aber ein Warnsignal auf Sicht der kommenden Wochen bzw. generell für das Frühjahr. Ein Rücklauf an den Keil wäre durchaus typisch.

Gold in USD Tageschart:

Der logarithmische Tageschart lässt das Herz eines jeden Goldanlegers derzeit höher schlagen. Lange hat man nicht mehr eine so fulminante Aufwärtsbewegung beobachten können. Ebenfalls lange ist es her, dass sich der Goldpreis so deutlich von seiner 200-Tageline (1.132 USD) nach oben absetzten konnte. Letztmalig war dies im Jahre 2011 der Fall. Gleichzeitig macht genau dieser Umstand aber auch klar, dass der Anstieg im Februar wohl doch ein bisschen zu schnell und zu weit gelaufen ist. Auf Sicht der kommenden Frühjahrsmonate wäre ein Wiedersehen mit der 200-Tagelinie daher nur gesund. Kurzfristig ist ein größerer Rücksetzer zwar sehr wahrscheinlich, aber noch nicht hundertprozentig bestätigt. Die aktuelle Situation lässt sich folgegendermaßen analysieren:

Nachdem das Hoch des parabolischen Befreiungsschlages bei 1.263 USD erreicht wurde, fiel der Goldpreis innerhalb von zwei Tagen zügig bis auf 1.191 USD zurück. Dabei wurde im asiatischen Handel ein Gap bei 1.237 USD gerissen. Dieses wurde nun am vergangenen Donnerstag mit einer neuerlichen Anstiegswelle geschlossen, ohne dass es den Bullen gelang, wieder über die Marke von 1.240 USD hinauszukommen. Zur heutigen Wocheneröffnung haben die Asiaten den Goldpreis nun erneut deutlich abverkauft. Jetzt kommt es darauf an, ob die noch verbliebenen Bullen den Preis auf Tagesschlusskursbasis oberhalb von 1.208 USD halten können. In diesem Fall könnte das Kursgeschehen der letzten zehn Handelstage noch eine bullische Dreieckskonsolidierung darstellen. Die Folge wäre wohl ein erneuter Anstieg. Aber erst wenn die Bullen auch den Widerstand bei 1.240 USD aus dem Weg räumen können, ist der Weg in Richtung 1.310 USD frei.

Andernfalls, und dieses Szenario ist weitaus realistischer, hat der Goldpreis mit 1.263 USD, 1.239 USD und 1.235 USD bereits eine Serie tieferer Hochs ausgebildet und befindet sich schon auf dem Rückzug. Dafür sprechen unter anderem auch die heiß gelaufenen Indikatoren. So hat das Histogramm des MACDs bereits gedreht, während der Indikator selbst noch auf sehr hohen Niveaus seitwärts läuft. Hier fehlt nicht mehr viel zu einem Verkaufssignal. Auch der RSI war zuletzt massiv überkauft und müsste sich dringend abkühlen. Vor allem aber hat die Stochastik ihren bullisch eingebetteten Status schon in der vergangenen Woche verloren und damit ein klares Verkaufssignal ausgelöst. Auf dem Weg nach unten wartet zunächst bei 1.180 USD eine altbekannte Unterstützungszone. Deutlich tiefer darunter verläuft dann die 200-Tagelinie (1.132 USD) als auch die mittlerweile schnell steigende 50-Tagelinie (1.113 USD). Eben diese 50-Tagelinie habe ich als Korrekturziel schwer im Verdacht. Das würde daher wohl ein kurzfristiges Kursziel zwischen 1.120 USD und 1.130 USD bedeuten und den erfolgreichen Keilausbruch einer nachhaltigen Prüfung unterziehen.

Insgesamt schrillen auf dem Tageschart aktuell die Alarmsirenen, und Anleger die mit Papier auf Gold spekulieren sind gut beraten hier schnellstens Gewinne mitzunehmen oder zumindest abzusichern. Ein Rücklauf bis ca. 1.120 USD würde dann aber all denjenigen, die den Zug zuletzt verpasst haben, eine hervorragende Einstiegsgelegenheit präsentieren.

2. Gold/Silber-Ratio

Das Gold/Silber-Ratio stieg zuletzt weiter an und wirft damit doch einige Fragezeichen auf. Ganz offensichtlich war die Kursexplosion beim Gold einer großen Unsicherheit und Angst unter den Marktteilnehmern geschuldet. Dabei hat der Goldpreis seine einzigartige Eigenschaft als sicherer Hafen deutlich unter Beweis gestellt. Silber hingegen lief zwar mit nach oben, konnte aber kein Eigenleben demonstrieren und bleibt in einem deflationär geprägten Umfeld gefährdet.

Gleichzeitig muss aber auch erwähnt werden, dass Silber zu Beginn einer neuen Edelmetallhausse meist hinterherhängt und in der Regel erst im späteren Verlauf dem Gold davonläuft. Insofern darf das Ratio auch nicht überbewertet werden, ein Signal für eine neue Edelmetallhausse sendet es derzeit aber definitiv nicht. Vielmehr deutet die Charttechnik einen Anstieg bis auf ca. 84 Punkte an.

3. CoT-Report

Rückblickend ließ die günstige Konstellation am Terminmarkt vor vier Wochen eigentlich nur den Schluss zu, dass Gold den Sprung über die Widerstandszone um 1.140 USD schaffen wird. Heute sind wir schlauer und wenden uns den neuesten CoT-Daten zu. Diese zeichnen nun aber ein eher kritisches Bild, wobei die am letzten Dienstag von den kommerziellen Händlern bei 1.204 USD gehaltene Shortposition (-131.984 leerverkaufte Kontrakte) noch im neutralen Rahmen liegt. 

Anders sieht die Positionierung am Silbermarkt aus. Hier haben die professionellen Spieler in den letzten Wochen die größte Shortposition seit 2008 aufgebaut. Damit ist dem Silberpreis der Weg nach oben mit hoher Wahrscheinlichkeit verbaut und zeichnet sich bereits das nächste Korrekturdrama ab. Zusammengefasst ergeben die CoT-Daten ein Verkaufssignal.

4. Sentiment

 

Durch den stark gestiegenen Goldpreis konnte sich das Sentiment in den letzten zwei Monaten deutlich erholen. Mittlerweile ist eher ein minimal übertriebener Optimismus zu beobachten. Eine Extremwert liegt aber weder am Gold- noch am Silbermarkt vor. Die Minenaktien hatten allerdings bis zum Anfang der letzten Woche eindeutig zu viel Euphorie an Bord. Durch die deutliche Zunahme der Volatilität hat sich hier das Stimmungsbild jedoch fast schon wieder neutralisiert.

Zwar zeigt die wöchentliche Kitco Gold Umfrage weiterhin eine zu hohen bullische Grundstimmung unter den Kleinanlegern an, insgesamt liefert ist das Sentiment aber derzeit nur ein neutrales Signal.

5. Saisonalität

Saisonal betrachtet steuert der Goldpreis aktuell auf die ungünstigste Phase des Jahres zu. Typischerweise ist bis zum Frühsommer jetzt nicht mehr viel zu holen. Vielmehr stehen wir direkt vor der ersten Abwärtswelle, welche im Laufe des Monats März ein Zwischentief finden müsste. Laut Statistik kommt es von dort aus dann bis Mitte Mai zu einer flachen Erholung, bevor im Juni und Juli die Sommertiefs am Goldmarkt ausgelotet werden.

Die Saisonalität liefert im Februar ein klares Verkaufssignal und mahnt zu Geduld und Zurückhaltung.

6. Gold in Euro

Rückblick:

Natürlich konnte der Goldpreis auch in Euro in den letzten Wochen deutlich und steil zulegen. Nachdem Ende Januar der Sprung über die 200-Tagelinie (1.024 EUR) als auch über die Widerstandslinie um 1.025 EUR gelang, gab es kein Halten mehr. Zügig wurde die seit Januar 2015 deckelnde Abwärtstrendlinie angepeilt und in der Spitze mit 1.123 EUR auch kurzzeitig deutlich überschritten. Wirklich überwunden ist dieser Widerstand aber noch nicht, vielmehr läuft hier seit mittlerweile acht Handelstagen eine volatile Konsolidierung.

Gold in EUR Wochenchart:

Auf dem logarithmischen Wochenchart startete Mitte Dezember ausgehend vom Tief bei 959 EUR eine nachhaltige Aufwärtsbewegung, welche in der vorletzten Handelswoche bei 1.123 EUR ihr vorübergehendes Hoch erreichte. Da in dieser Region die bereits genannte Abwärtstrendlinie einen starken Widerstand darstellt, ist eine unmittelbare Fortsetzung der Rally aufgrund der überhitzten Gesamtsituation höchst unwahrscheinlich. Vielmehr müsste die erste Unterstützungszone um 1.075 EUR in Kürze einem Test unterzogen werden. Auf Sicht der kommenden Frühlingsmonate wäre auch ein Rücklauf an den gebrochenen ehemaligen Abwärtstrendkanal im Bereich um 1.025 EUR denkbar. Die Indikatoren sind fast alle am Anschlag und mahnen zur Vorsicht.

Insgesamt hat sich das Chartbild klar verbessert, ein Ausbruch und damit eine Serie von höheren Hochs ist bisher aber noch nicht geglückt. Dennoch verläuft der Euro-Goldpreis seit Dezember 2013 bereits klar in einem Aufwärtstrend. Die mehrjährige Aufwärtstrendlinie konnte zuletzt im Dezember erfolgreich verteidigt werden. Jeder größere Rücksetzer ist ganz klar ein Kauf.

Gold in EUR Tageschart:

Auf dem logarithmischen Tageschart läuft der Goldpreis in Euro gerechnet weiter in das bereits erwähnte Dreieck hinein. Die rote obere Begrenzungslinie müsste vorerst halten und dürfte die Notierungen zunächst nach Süden abweisen. Das vermutete Ziel der Korrekturbewegung ist im Bereich um 1.025 EUR zu finden. Hier verlaufen die 200-Tagelinie (1.024 EUR), die 50-Tagelinie (1.015 EUR) als auch eine ehemalige Widerstandslinie. Zudem würde der Euro-Goldpreis bei 1.036 EUR das 50% und bei 1.017 EUR das 61,8% Fibonacchi Retacement erreichen.

Der MACD Indikator bestätigt die Theorie einer Korrektur noch nicht, sondern läuft bislang seit Mitte Dezember stur nach oben. RSI und Stochastik sind aber klar überkauft und senden deutliche Warnsignale.

Zusammengefasst ist der Tageschart vorläufig noch eindeutig bullisch, es mehren sich aber die Anzeichen einer anstehenden Korrektur in Richtung 1.025 EUR. Unter 1.000 EUR wird der Goldpreis wohl nicht mehr fallen.

Handelsempfehlung:

Das zuletzt genannte Kauflimit bei 990 EUR wurde vom Markt ignoriert und Gold notiert aktuell knapp 100 EUR höher. Wer meinen regelmäßigen Kaufempfehlungen gefolgt ist, sitzt hier mittlerweile auf schönen Gewinnen. Wir haben im vergangenen Jahr diszipliniert und konsequent in die Schwäche hinein nachgekauft und kamen bei Kursen unterhalb von 1.025 EUR, dann unterhalb von 1.000 EUR und schließlich sogar unterhalb von 975 EUR in den Markt.

Nun gilt es wieder geduldig zu warten, denn der Goldpreis wird den fulminanten Anstieg verdauen müssen. Die Empfehlung aus der Chartanalyse ergibt ein sinnvolles neues Nachkauflimit bei 1.030 EUR. Entweder sehen wir dieses Niveau zügig bereits in den nächsten ein bis zwei Wochen, oder die erwartete Konsolidierung/Korrektur zieht sich alternativ das ganze Frühjahr über hin. In keinem Fall sollte man dem enteilten Goldpreis aktuell hinterherlaufen.

7. Euro & US-Dollar

Der Euro konnte seit Anfang Februar zunächst deutlich gegen den US-Dollar zulegen und trug damit sicherlich einen starken Anteil am dynamischen Goldpreisanstieg. Allerdings gelang es dem Euro nicht, seine Kursgewinne lange zu verteidigen. Bereits seit einer Woche befindet sich die Einheitswährung schon wieder auf dem Rückzug und sucht aktuell um die 200-Tagelinie (1,1064 USD) nach einer tragfähigen Unterstützung. Eine nachhaltige Stärke lässt sich dem Euro daher nicht attestieren. Entscheidend wird auf Sicht der kommenden Wochen sein, ob die Aufwärtstrendlinie bei derzeit 1,0965 USD verteidigt werden kann. Gelingt dies, müsste ein zweiter Angriff auf den horizontalen Widerstand um 1,15 USD folgen. Rutscht der Euro hingegen unter 1,0950 USD ist die Erholung der letzten zweieinhalb Monaten Makulatur und der US-Dollar dürfte sich zurückmelden.

8. Goldminen GDX

Mit einem kurzen Rutsch unter die mehrmonatige Unterstützungszone um 12,80 USD – 13,00 USD konnte der GDX bis Mitte Januar vermutlich noch die allerletzten schwachen Hände abschütteln. Rückblickend stellt sich das Tief bei 12,40 USD damit als üble Bärenfalle dar, denn der gesamten Gold- und Silberminensektor schaltete in den letzten fünf Wochen direkt in den Turbomodus um. Dabei explodierte der GDX um 52,50% nach oben und erreichte in der Spitze bereits 18,91 USD. Problemlos wurden sowohl die 50- als auch die 200-Tagelinie einfach überrannt. Nach den quälenden Jahren der Korrektur war plötzlich wieder starker Kaufdruck in diesem ausgebombten Sektor zu spüren.

Seit einigen Tagen jedoch ist eine volatile Konsolidierung auf hohem Niveau zu beobachten, wobei zahlreiche Einzelwerte an starken Widerstandszonen angelangt sind. Ohne Zweifel ist die Lage kurzfristig heiß gelaufen. Alle beobachteten Indikatoren sind „oben am Anschlag“. Allerdings läuft die Stochastik noch immer im seltenen „embedded“ Status oberhalb von 80 und zurrt den Aufwärtstrend vorerst fest. Im Umkehrschluss ergibt sich hier ein klares Verkaufssignal, sobald eine der beiden Linien auf Tagesschlusskursbasis unter 80 fällt. Gleichzeitig hat der RSI-Indikator die überkaufte Zone erreicht, während der MACD-Indikator noch ein aktives Kaufsignal hat, das MACD-Histogramm aber bereits negativ divergiert. Ein tiefer Rücksetzer oder zumindest ein „Luft holen“ wäre nun durchaus angebracht und gesund. Untersucht man das Verhalten der Minenaktien nach einem mehrjährigen Bärenmarkt, wird man feststellen, dass der erste steile Anstieg immer um mind. 55% korrigiert wurde. D.h. ein Rücksetzer in Richtung der nun steigenden 50-Tagelinie (14,67 USD) sollte in diesem Frühjahr im schlimmsten Fall miteingeplant werden. In Verbindung mit der 200-Tagelinie (15,41 USD) stellt die Zone zwischen 15,65 USD und 15,00 USD das ideale Ziel eines Rücksetzers dar. Kurse unterhalb von 14,50 USD sind mittlerweile äußerst unwahrscheinlich geworden und würden die vermutete übergeordnete Trendwende sofort deutlich in Frage stellen.

Summa summarum sieht die Lage bei den Goldminenaktien mittlerweile deutlich besser aus. Tatsächlich hatten die südafrikanischen Minen den Anstieg rechtzeitig antizipiert.

Auf Sicht der kommenden Monate gilt es nun geduldig auf die kommenden Rücksetzer zu warten. Meine Kauflimits für den GDX liegen gestaffelt zwischen 15,75 USD und 15,25 USD mit einem Stopp unterhalb von 14,30 USD.

9. Zusammenfassung & Konklusion

Vor vier Wochen war ich nicht davon ausgegangen, dass der Goldpreis bereits jetzt aus seinem Keil nach oben ausbrechen könnte. Vielmehr erschien mir ein erneuter Anlauf und Test der Marke um 1.000 USD für den Abschluss des viereinhalbjährigen Bärenmarktes notwendig. Mittlerweile aber hat der Markt klar und deutlich gesprochen. Der Ausbruch über 1.140 USD ist vollzogen und die anschließende Bewegung zeigte den typisch brachialen Charakter einer Keilauflösung. Wie ausführlich weiter oben dargelegt, ist mit diesem Ausbruch ein mittelfristiges Kursziel bei 1.500 USD aktiviert worden. Gleichzeitig macht sich am Goldmarkt eine Art Aufbruchsstimmung breit, so dass die großen Marktteilnehmer in Zukunft eher „buy the dips“ anstatt „sell the rallies“ rufen werden. Die übergeordnete Trendwende ist damit so gut wie in trockenen Tüchern. Allerdings folgt auf die erste Welle einer neuen Aufwärtsbewegung immer eine tiefe zweite Korrekturwelle. Das kurzfristige Kursgeschehen mahnt jedenfalls zur Vorsicht und wirkt zunehmend korrektiv. Mein idealer Fahrplan sieht nun wie folgt aus:

Gold steckt bereits in einer Korrektur mit Ziel 1.120 USD – 1.130 USD. Ab Mitte März müsste eine Erholung folgen, welche allerdings nicht über 1.200 USD hinauskommen wird. Erst ab Juni/Juli sollte der Goldmarkt gemäß dem saisonalen Zyklus bereit für die nächste Anstiegswelle sein und ausgehend von etwa 1.140 USD durchstarten, um in Welle 3 bis zum Frühjahr 2017 tatsächlich bis auf 1.500 USD anzusteigen.

Mit einem direkten Anstieg über 1.240 USD in den nächsten Tagen, wäre dieses Szenario jedoch hinfällig und die Bullen müssten die Notierungen direkt weiter bis auf 1.310 USD treiben können. Sogar ein direkter Durchmarsch bis auf 1.500 USD wäre dann denkbar. Für diesen äußerst bullischen Ansatz spricht die stark gestiegene Nachfrage durch die Gold-ETFs, welche den physischen Markt aktuell massiv unter Druck setzen. Es müsste sich bereits in den nächsten Tagen klarer abzeichnen, ob die kommerziellen Händler und Goldproduzenten mit ihren Hedges diesem Kaufdruck vorläufig den Gar ausmachen können.

Insgesamt sind bis Sommer in jedem Fall noch Geduld und Zurückhaltung angebracht. Der DAX hat bei 10.730 noch ein offenes Gap und es wäre nicht verwunderlich, wenn dieses zunächst noch geschlossen wird, bevor der Bärenmarkt hier wirklich beginnt. Das müsste für Gold und die Minenaktien noch einmal eine Schwächephase mit sich bringen. Übergeordnet zeichnet sich aber doch immer klarer ab, dass die Anlageklasse „Edelmetalle“ in den nächsten Jahren der große Gewinner sein wird. Insofern sollten sie sich mit tiefen „Abstauberlimits“ auf die Lauer legen.

10. Empfehlungen

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Quelle: pro aurum Goldedition vom 22.02.2016

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