Hard Asset- Makro- 05/19: Infla S - SetUp an der Weiche, Entspannung: Njet

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von Mag. Christian Vartian

Der Anschein sieht an sich entspannter als vor einer Woche aus am Markt:


SPX 500

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NASDAQ 100

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Russell 2000

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Zum Unterschied kommen wir später.

Metalle: Palladium

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Gold

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Silber

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Bei den Aktienindizes gefällt mir nicht, dass der Russell 2000 minimal besser aussieht als der SPX 500 und deutlich besser als der NASDAQ 100.

Bei den Metallen gefiele mir nicht, falls - und das wissen wir Montag wohl schon - das aktuelle Retracement im Silber das High davor schneidet.

Was ist denn das für eine Charttechnik?

Wir benützen andere Charttechniken, das ist gar keine Charttechnik, das ist Detektivspielen, sagt es doch nichts aus, wenn alleine stehend, sondern ist es in den Zusammenhang zu stellen dazu, was ja recht Wichtiges diese Woche geschah, nämlich dass:

Die US-Zentralbank komplett einknickte und nicht nur die Zinsen nicht erhöhte, sondern auch ihr QT anzupassen bereit ist (ihr Herausverkaufen von US- Staatsanleihen aus ihrer Bilanz, diese verkleinernd- daher QT- in einen Markt, der von Neuemissionen des Finanzministers ja ohnehin nicht unterversorgt ist.

Sie sieht außerdem nun überall Risiken (genau die, die sie selber in 2018 hochdeflatorisch agierend erzeugt hat, nur nennt sie sie als von anderen erzeugt) und daher ist sie nun so zu interpretieren, dass sie hinter der Inflationskurve bleiben will (nur dann noch härtere Geldpolitik anstrebt, wenn VORHER wirklich Inflation oder Überhitzung aufträte). Das ist Metallen dann egal, weil eine nur die Inflation dämpfende Hinterherzinserhöherei deren Anstieg nicht schädigt.

Bei einem solchen SetUp sollte aber das Silber keine Retracements hinlegen, die ein früheres Hoch unterschreiten, ist es doch unser inflationsfreundlichstes Asset im Portfolio überhaupt, von Cryptos und Minenaktien mal abgesehen. Die Politik der FED bedeutet ein Ende des Geldsflusses von der Peripherie in den Kern, sohin die Untermauerung des von uns ja schon in einem der diesem HAM vorangegangenen HAMs benannten Transflationsendes. Bei einem solchen Ende der Transflation sollte aber nicht der Russell 2000 hübscher aussehen als der NASDAQ 100, denn beim Russell 2000 

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dem größten Gewinner der US- Steuerreform aber mit viel Hard Economy drinnen und wenig Innovation verpufft die Wirkung der Steuerreform langsam und Bau, Maschinen und Einzelhandel ... sind ja nun wirklich nicht superinnovativ und der Silberchart schreit nicht nach 6% Inflation, die Bau, Maschinen und Co. tatsächlich superbullisch machen würden, also fliegt diese Story auch nicht.

Es gibt noch viel mehr Geldflüsse, die wir uns ansehen und fast keiner war diese Woche inflatorisch, deflatorisch und auch nicht transflatorisch, sondern alles sehr komisch, wie Abfahrten aus Parkplätzen oder Busbahnhöfen aussehend, Währungen, die wenn gegen den USD fast nie in die gleiche Richtung laufen auf einmal gegen den USD in die gleiche Richtung laufend ...

Alles sehr Chinesisch im Ursprung und daher ist auf die Nachrichten von dort zu achten. Es soll viel näher an einer Einigung im Handelsstreit sein, als publiziert und die Einigung wäre BILATERAL und DIREKT MEHR IMPORT AUS DEN USA, sohin exakt, was Frau Malmström als Casus Belli für die EU bezeichnete.

Wiederholung aus dem HAM 3/19 dazu: Es wurde zwar in Washington wie Peking das Herumgedrohe der Handelskomissarin der EU, Frau Malmström gegen China und die USA vernommen, mit dem Inhalt, dass die EU sich bilaterale Handelssondervereinbarungen zwischen China und den USA nicht gefallen lassen wird, nur zittert niemand vor Schweden, wenn die USA und China und diesfalls gemeinsam auf der anderen Seite ist.

Völker- und menschenrechtlich kann weder Frau Malmström erklären, warum sie nach wie vor völlig unreziproke Zölle gegen US-Produkte aufrecht erhält (jahrelang Zeit gehabt, das zu ändern), noch besteht ein Recht, China und den USA deren Handel vorzuschreiben. Sie und andere sanktionieren weiter den Handel und anderes gegen die Russische Föderation (weil kein EU-Kommissarbeschluß zur REALITÄT besteht, das die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der Krim Russen sind???). Wenn sie jetzt auch China und die USA sanktionieren will, soll sie es tun.

Frau Malmström wünscht starre Regelwerke mit starren Prinzipien für alle.

General George Patton würde ihr antworten:

„Starre Befestigungen sind Monumente menschlicher Dummheit“

Falls sie es tut, megabärisch für die Großexporteure der EUR-Zone.

Dort wächst ohnehin schon jedenfalls Industrie nicht mehr, Inlandsnachfrage nach Schröder-Schäuble-Jahrzehnten einsparerisch und deflatorisch niedergewalzt.

Dazu kommt weiter, dass die FED mit ihrem Politikwechsel ja eine gewisse Kursstütze für die US-Staatsanleihen gewährt, denn ohne weitere Zinserhöhungen besteht kein Grund, dass diese im Kurs sinken würden.

Die EZB stützt die EUR- Staatsanleihen nicht mehr im Kurs, sie hat ja die Neuankäufe eingestellt.

Zentralbankseitig ist nun also in den USA die Bedrohung mit Kurssenkung von Staatsanleihen durch die Fed weg und in der EUR- Zone die Stützung durch die EZB weg, somit ungefähr gleich, bloß liegt die Rendite der US-10y halt bei 2,68% und die der Spanischen bei 1,23%, die der Deutschen bei 0,17% und die der Französischen bei 0,58% ein heftiger Berg an Zunder an Differenz, der besser keinen Zündfunken erblicken sollte. (Wie zum Beispiel EU stellt sich gegen Handelsstreiteinigung USD mit China).

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Und so sieht der EUR USD auch aus, beide Richtungen möglich, die nach unten mit Expresslift Richtung 1,einstellig jedenfalls offen wie ein Scheunentor. (1,09?; 1,03?)

Nach oben aber auch, das ist ja das Problem beim Orientieren.

Dazu kommt noch, dass unsere lieben Metalle immer steigen, wenn es China besser geht- ist ja der größte Nachfrager, und fast immer sinken, wenn der USDX steigt (in dem der EUR fast 60% Gewicht hat).

Das sich aktuell hier potenziell zusammenbrauende SetUp kann uns also Wellen in 2 entgegensetzte Richtungen mit unbekanntem Saldo und heftiger Wellenkammhöhe bescheren und auch noch gleichzeitig. KANN, nicht MUSS.

Es sind jedenfalls Kreuzflüsse in den möglichen Karten, die wir in einem Jahrzehnt nur einmal sehen. Ein Core A to Core B Zunami mit der Peripherie als Transitparkplatz und leichtem Gewinner. Oder es bleibt alles harmlos leicht inflatorisch.

Angst vor dem Schwanken von Geld gegen Aktien und Edelmetalle?

„Ich erkläre und beteure der Welt und Nachwelt, daß ich die falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen will, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen können, daß ich die wildeste Verzweiflung für weiser halten würde, wenn uns durchaus versagt wäre, mit einem männlichen Mute, das heißt mit ruhigem, aber festem Entschlusse und klarem Bewußtsein der Gefahr zu begegnen.“ Carl von Clausewitz, Generalmajor des Königsreiches Preußen.

Na dann

Gold & Google, denn 

https://www.youtube.com/watch?v=97b4Oa85pDo

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