Hard Asset- Makro- 37/19: Defla M - EZB hilft BRD, sonst endlos-Bullshit-Schleife 3

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von Mag. Christian Vartian

Dem Export der BRD geht es nicht sonderlich gut. Inlandskaufkraft wurde ein Opfer der Hochlohnbekämpfungspolitik voran von Schröder mit der blöden Agenda gefolgt von Schäuble, dem Einsparritiker mit der "Verkauf es den anderen und verschulde die" Modell.

In der traurigen Folge ist die Abhängigkeit der BRD Gesamtwirtschaft von Export verheerend hoch und wenn Schäuble´s Florianiprinzip, dass die Exporträume auf Pump (in einem Kreditgeldsystem geht es nämlich nicht anders) konsumieren sollen und die BRD dabei einsparen, dann geht das eben nur solange die anderen mitmachen.

Das tun sie nicht mehr - Konzept voll gescheitert, also muß die EZB ran und die kleckert nicht, wenn es um Exportförderung geht = Wechselkurssenkung = Währungsverdünnung:

Geldpreis Euro

Der Euro-Leitzins blieb unverändert bei 0,00 Prozent. Der Strafzins (Negativzins) für Geschäftsbanken für Einlagen auf EZB-Konten steigt. Die Verzinsung beträgt nun -0,5 Prozent.

Anmerkung: Bei intaktem Basel III Quasi-Kreditverbot außer an die, die wegen Überbonität keinen bräuchten, kann das nicht so wirken, dass mehr Geld von den Banken in die Wirtschaft strömt, sondern als Steuer auf Geld, was es auch ist. Bei 1,9 Billionen EUR eine fette "Steuereinnahme", damit es nicht so böse klingt, sind "Ausnahmen" vorgesehen.

Die Verzinsung dieser Einlagenfazilität sank also von minus 0,4% auf nunmehr minus 0,5%.

Primärgeldmenge EUR

Ab dem 1. November sollen monatlich erneut 20 Milliarden Euro an Wertpapierkäufen die Primärgeldmenge an EUR im Markt erhöhen.

Ob nun die Beeinflussung des Wechselkurses gelingt, hängt von den geldtheoretisch wichtigen, 3 teilw. gegenläufigen Faktoren ab:

1) Eine Erhöhung der Geldmenge senkt fundamental den Wert einer Währung;

2) Eine Senkung von Zinssätzen senkt den Ertragswert einer Währung;

Beides sehen Sie im folgenden Chart mit rotem Pfeil markiert

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3) Sollte allerdings die Maßnahme so sein, dass sie den Währungsraum attraktiver macht für Assets und das für Halter von Devisen, welche wegen der erhöhten Attraktivität erst neu in den Währungsraum hineinwechseln um Assets zu kaufen (nicht um die Währung zu kaufen!), dann erhöht eine weichere Geldpolitik Wechselkurs und Wert einer Währung.

Beides sehen Sie im folgenden Chart mit blauem Pfeil markiert.

In einer Währungszone mit negativen Zinsen, die weiter gesenkt werden, sind Konkursrisiken bei Projekten einfach niedriger, das ist attraktiv ... In einer Währungszone mit negativen Zinsen, die weiter gesenkt werden, kann man als privater investor beim Halten von Staatsanleihen mit sehr hohem Hebel und auf Pump fast 100% nicht viel falsch machen, wenn die EZB obendrauf noch kursunterstützend kauft, das ist attraktiv ...

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Der Chart der Kurswerte der US- 10 jährigen Staatsanleihen spricht Bände und zeigt, dass wir hier nicht utopieren, sondern von wissenschaftlicher neuer Geldtheorie eine Menge Ahnung haben. Der Kurs sinkt, weil man in der EUR- Zone das Ganze mit EZB Kaufgarantie bekommt. So wirkt sich RELATIVE ATTRAKTIVITÄT aus! usw.

Wie die gegenläufige Wirkung der 3 genannten Faktoren per Saldo ausgeht, ist noch unklar, weil die relative Attraktivität des Faktors 3 stark davon abhängig ist, was die FED mit dem USD Raum macht. Bleibt sie stur und irrend, ist der Faktor 3) zu Gunsten des EUR eingestellt. Beendet die FED die Deflationitis, wirkt der Faktor 3 nicht und der EUR wird sinken.

Jedenfalls ist ein simpler Monowirkungszusammenhang: Mehr Drucken = Wertverlust falsch, die Sache verhält sich so komplex wie oben geschildert.

Ansonsten geht der Handelkrieg-hin-und-her-Bullshit in die gefühlt ewige Verlängerung.

Neben dem Gerücht, China und die USA wollten sich im Oktober zu einem hochkarätigen Treffen zusammenfinden, gibt es nun das Gerücht, China wolle einen ersten Minideal zu einem Randthema, um die Lage zu entschärfen. Der US- Präsident twittert dazu wieder einmal keine Ablehnung, dann wieder doch und so sehen die Charts dann aus.

CATERING LONG, sagen wir dazu, das wird sicher gutes Essen und Trinken. Von irgendwelchen Fakten keine Rede, außer eben: Catering long.

Die Ration Gold gegen EUR wabbert innerhalb der All-Time-High- Zone herum

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Der Goldpreis selbst kratzt an seiner 1485-iger Unterstützung herum

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Aktien wackel nervös hin und her aufwärts

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Und wie immer bei Deflationsentspannung ohne Deflationsbeendigung wackelt Palladium nach oben

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und Silber, da ja Deflation ist, nach unten

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Zum Silber haben wir Monat um Monat Recht: Starkdeflation erzeugt Krisen, da senkt die Deflation das Silber, die Krise aber hebt es und es kann per Saldo sogar steigen;

Inflation hebt das Silber gleichzeitig monetär und industriell, da steigt es;

Schwachdeflation führt zum Monoszenario: Krisengefahr sinkt, das senkt das Silber, Deflation ist noch aktiv, das senkt das Silber. 2 Faktoren nach unten und keiner nach oben und rumms → und genau dort sind wir.

Das Silber kann nichts dafür, es ist einfach nicht für diese Wetterlage da.

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