Löcher in der Matrix - Klassisches Eigentor!

Tags: Löcher in der Matrix Klassisches Eigentor! Smart Investor Ralph Malisch

von Ralph Malisch

Eigentlich ist die Systemfrage längst entschieden: Die Kombination aus Rechtsstaat, Marktwirtschaft und Privateigentum hat sich als die überlegene Verfassung eines Gemeinwesens herauskristallisiert. Der augenfälligste Gradmesser für die Lebenslügen der Kapitalismuskritik waren und sind... die Wanderungsbewegungen der Menschen gewesen: Schon zwischen der Bundesrepublik (alt) und der DDR (ganz alt) migrierten die Menschen – abgesehen von einer Handvoll Verwirrter und Verirrter – praktisch nur in eine Richtung: Raus aus dem  sozialistischen Arbeiter- und Bauernparadies, rein in das „Wirtschaftswunderland“ Erhardscher Prägung. Auch zwischen Nord- und Südkorea wurde die Frage längst entschieden, ebenso wie aktuell zwischen den USA und Venezuela. Selbst unter dem, im 24/7-Modus  angefeindeten US Präsidenten Donald Trump ist ein Exodus aus den Vereinigten Staaten nicht zu beobachten, nicht einmal von denen, die für den Fall seines Wahlsiegs bereits im Jahr 2016 medienwirksam ihren Abschied aus „God’s own Country“ verkündeten. Salonsozialisten verlassen eben in aller Regel nur höchst ungern den Salon, den andere errichtet und kuschelig eingeheizt haben, schon gar nicht, um selbst im kargen Sozialismus zu leben.

Das hindert sie freilich nicht darin, erfolgreiche Gemeinwesen zu kapern und in das zu verwandeln, was besagter Donald Trump wenig schmeichelhaft als „shithole countries“ bezeichnet hatte. Eine Übersetzung sparen wir uns an dieser Stelle. Wenn Rechtssicherheit, Eigentum und Markt Wohlstand hervorbringen, dann sollten Willkür, Enteignungen und staatliche Lenkungswirtschaft zum Gegenteil führen. Das freilich wurde von Sozialisten stets vehement bestritten, denn nur durch die „Überwindung des Kapitalismus“ könne wahrer Wohlstand für alle entstehen. Wie das konkret funktionieren soll bzw. wo es je – auch nur ansatzweise – funktioniert hätte, dazu herrscht dann unmittelbares und dauerhaftes Schweigen.

Da trifft es sich gut, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Klimahysterie ein „Mehr an Wohlstand“ in immer breiteren Bevölkerungsschichten, zumindest in Europa und besonders in Deutschland, inzwischen als einigermaßen anrüchig gilt. Es kann also nicht im Geringsten überraschen, dass genau jetzt wieder alte sozialistische Rezepte wie die Verstaatlichung aus der Mottenkiste geholt werden. Das zumindest forderte jüngst der Chef der SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ in Bezug auf Fluggesellschaften und machte sich damit endlich ehrlich: Die Kernkompetenz des Sozialismus besteht, und die funktioniert tatsächlich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks, in der Verarmung der Menschen. Denn der beklagte „Mangel an Regulierung“ im Luftverkehr lässt sich auch sehr leicht ins Hochdeutsche übersetzen: Flugreisen wurden durch private Anbieter zu hochattraktiven Produkten zu nicht minder attraktiven Preisen. Eine solche Ode an die Leistungsfähigkeit der Marktwirtschaft hätte man dem alten weißen Mann gar nicht zugetraut.

Auch, dass die Mär von der Umweltfreundlichkeit staatlichen Wirtschaftens heute wieder auf einen fruchtbaren Boden fällt, ist vorzugsweise dem schlechten Gedächtnis bzw. der Jugend der Rezipienten zu verdanken. Denn die Älteren erinnern sich noch recht gut an das Zerstörungswerk, das in Sowjetunion, DDR & Co. für die Erfüllung der Fünf-Jahres-Pläne in Kauf genommen wurde. Am Umweltverbrauch von Staatsbetrieben hat sich bis heute wenig geändert. So wurde in einer Studie von Atmosfair herausgefunden, dass staatliche und halbstaatliche Fluggesellschaften im Umwelt-Ranking noch immer auf den hinteren Plätzen zu finden sind. Aber vielleicht hat Die Linke in ihrer eigentumsfeindlichen Boshaftigkeit sogar ausnahmsweise über die eigene Nasenspitze hinausgedacht? Denn nur, wenn zusätzlich zum Flughafenbau auch die Fluggesellschaften in staatlicher Hand sind, kann wirklich sichergestellt werden, dass gar kein Flugzeug mehr abheben wird. Das allerdings wäre letztlich ein klassisches Eigentor, denn dann könnten sich auch Parteibonzen und Klimaschickeria nicht mehr für die gute Sache in die Lüfte schwingen.

© Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

Photo by Markus Spiske

 

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