Markus Blaschzok: Edelmetalle vor Trendwende! EU schlachtet dt. Sparschweine

Tags: Markus Blaschzok Blaschzok Research Solit Gold Palladium Palladium in Euro Charts Technische Analyse Chartanalyse Meinung EURUSD Bundeshaushalt 2018

Der Goldpreis verlor in der vergangenen Handelswoche 15$, wobei aktuell wieder das Tief der Vorwoche an der Unterstützung bei 1.240$ getestet wird. Gelingt es dem Goldpreis nicht, sich hier zu stabilisieren, dann droht ein finaler Abverkauf auf die Unterstützung bei 1.200$. In diesem Fall würde sich der Terminmarkt völlig bereinigen und sich dort die Chance für antizyklische Käufe auf Sicht von zwei bis drei Monaten bieten...

 Kann Gold die Unterstützung bei 1.240$ nicht halten, so droht der Sell Off bis 1.200$

 

Silber kämpft weiter an der Unterstützung im Bereich von 15,80$ bis 16,20$, wobei auch hier ein finaler Sell Off auf 15$ droht. Auch hier wäre dies die ultimative Chance für kurzfristige Käufe. Palladium hält sich stark und auch Platin kann nach dem historischen Sell Off auf 800$ mit historisch einmaligen CoT-Daten, bei denen die Produzenten mittlerweile Nettokäufer sind, ebenfalls relative Stärke zum Gold und Silber vorweisen. Entweder hat der Preisrückgang der Edelmetalle auf dem aktuellen Niveau bereits sein Tief gefunden oder es steht noch ein letzter kurzer Sell Off auf die genannten Unterstützungen aus, bevor die Korrektur abgeschlossen ist. Zeitlich ist das Tief und die Trendwende jetzt sehr nah und in den nächsten zwei bis vier Wochen dürfte die überaus lange Korrektur wahrscheinlich abgeschlossen sein.

 Kann Silber die Unterstützung bei 16$ nicht halten, so droht der Sell Off bis 15$

 

Der Euro hat es nicht geschafft über den Widerstand bei 1,18$ anzusteigen, womit ein tieferes Hoch ausgebildet wurde, was mittel- bis langfristig bärisch stimmt. Die Konsolidierung dürfte sich noch etwas hinausziehen, bevor die Unterstützung bei 1,15$ brechen wird und es zu einer weiteren starken Abwärtsbewegung beim Euro kommen wird. Auf Sicht der nächsten Wochen wäre ein kurzzeitiger Anstieg auf 1,20$ möglich, ohne dass das bärische Szenario beschädigt würde.

 Der Euro zeigt sich bisher relativ schwach zum US-Dollar

 

Bundeshaushalt 2018 enthüllt: Deutsche Sparschweine werden für die EU geschlachtet

Der Bundeshaushalt für das Jahr 2018 steht und die Bundespressekonferenz zur Bereinigungssitzung brachte erstaunliche Ergebnisse zu staatlichen Ausgaben, die stark in den Geldbeutel eines jeden Steuerzahlers in Deutschland eingreifen. In diesem Jahr werden in der Bundesrepublik ca. 750 Mrd. Euro für den Bund, die Länder, sowie die Kommunen eingetrieben. Der Bundeshaushalt ist mit 345 Mrd. Euro der größte der Nachkriegsgeschichte und 3,9% größer als noch im Vorjahr, womit die Steuerausgaben stärker als die Wirtschaft wachsen werden. Diese Summe ist jedoch erheblich schön gerechnet, da viele Kosten herausgerechnet oder buchhalterisch einfach nicht erfasst wurden.

Zum einen werden die Zahlungen an die Europäische Union illegitim als negative Einnahme im Bundeshaushalt verbucht. Dadurch wird der Haushalt optisch von 375 Mrd. auf 345 Mrd. geschrumpft. So kann man die Steuerzahler einerseits über die Höhe der Kosten der Europäischen Union und andererseits über die reale Höhe der Steuererhebung täuschen.

Zum anderen ist der Haushaltsplan unvollständig, da Rückstellungen für die Eurorettungskosten nicht abgedeckt sind. Mehrere hundert Milliarden Euro werden so Jahr für Jahr nicht im Haushalt berücksichtigt. Bei konservativer Schätzung müssten mindestens 100 Mrd. Euro jedes Jahr zurückgestellt werden, wobei das Ausfallrisiko bei einem Zusammenbruch des Euros noch nicht berücksichtigt ist. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses „Peter Boehringer“ sagte dazu:

 „Wir sind absolut davon überzeugt, dass von den 1 bis 3 Billionen Euro, mit denen Deutschland in der Haftung ist, sehr vieles mit absoluter Sicherheit fällig werden wird. Bei der HSH Nordbank wurde auch behauptet, es seien nur Garantien. Diese wurden später haushaltswirksam und haben auf einen Schlag einen halben Hamburger Jahreshaushalt vernichtet. Was wir [Deutschland] erleben werden, ist Hamburg mal eintausend. Das ist die Größenordnung, mit der wir [der deutsche Steuerzahler] in der Haftung sind. Wir [Deutschland] gehen jeden Tag mit 1 bis 2 Mrd. Euro in die Aufhaftung und eines Tages wird dieses Geld fällig werden.“

Nun kann niemand in der Politik mehr sagen, man hätte nicht vor den Risiken der Garantien, Kredite, Kreditlinien und Beteiligungen für die Eurorettung gewarnt. Alleine die deutschen Forderungen über das Target II System belaufen sich auf eine Billionen Euro und werden wahrscheinlich größtenteils dem deutschen Steuerzahler künftig aufgebürdet werden. Die Laufzeitverlängerung auf ein halbes Jahrhundert ohne Tilgung für die Kredite an Griechenland sind praktisch ein Totalausfall, da die Euroabwertung durch Inflation diese Forderung über diese lange Zeit praktisch völlig entwerten wird. Über viele weitere Vehikel hat Deutschland weitere Billionen verschenkt, die künftig ausgebucht werden müssen.

Weiterhin wurde von der Opposition des Haushaltsausschusses beklagt, dass die Integrationskosten für die Immigrationswelle in fast jedem Teilhaushalt versteckt sind. Insgesamt werden nach Angaben des Sachverständigenrates alleine im Jahr 2018 rund 50 Mrd. Euro (Bundesregierung davon 21 Mrd. Euro) mit der Gießkanne für die neuen Einwanderer ausgegeben. Mit der gleichen Summe könnten 100-mal mehr Menschen in ihren Herkunftsländern unterstützt werden. Die direkten Integrationskosten sind damit fünfmal höher als die Entwicklungshilfe für 10 Mrd. Euro, was die Absurdität dieser Politik unterstreicht. Darüber hinaus entstehen weitere indirekte Kosten, die noch weitaus höher sein können, da die Produktivität und das Wirtschaftswachstum langfristig sinken und Geld für nötige, wachstumsfördernde Investitionen fehlt. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Regierung die Mehreinnahmen aufgrund der guten Konjunkturlage aus dem Fenster wirft, anstatt zu sparen und den Haushalt zu konsolidieren, um für die nächste Wirtschaftskrise gewappnet zu sein. Der aktuelle inflationsinduzierte Aufschwung dauert ohnehin schon viel länger als üblich und eine neue Euro- und Wirtschaftskrise steht aufgrund der steigenden Marktzinsen womöglich schon vor der Türe. Anstatt antizyklisch zu agieren und zu sparen, agiert die Regierung prozyklisch, ohne an die Zukunft zu denken und wirft das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster.

Fazit: 

Erstmals machte die Opposition im Bundestag deutlich, dass Deutschland die anderen Länder der Eurozone seit 2008 über direkte Kredite, Geldgeschenke und Haftungsübernahmen fast alleinig permanent rettet. Alleine für den Export von Waren aus Deutschland in die EU besitzt der deutsche Steuerzahler Forderungen über das Target-System in Höhe von einer Billionen Euro, die womöglich zur Gänze ausfallen, als Verlust abgeschrieben und über neue Steuern reingeholt werden müssen.

Die EU-Planwirtschaftler wollen den Deutschen immer tiefer in die Taschen greifen und ihnen letztlich alles nehmen, was auch die geplante Vergemeinschaftung der Einlagensicherung auf europäischer Ebene veranschaulicht. Mit „EDIS“ müssen die Deutschen mit ihren Sparbüchern dann für die faulen Kredite in Griechenland, Spanien und dem Rest Europas haften. Alleine in Griechenland waren zum Ende des ersten Quartals 43,9% aller Immobilienkredite, 57,2% aller Konsumentenkredite und 49,6% aller Unternehmenskredite faul. Die Quote der notleidenden Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug beläuft sich auf 48,5% mit einem Volumen von 92,4 Mrd. Euro, wobei diese Quote in den vergangenen Jahren stetig anstieg.

 Anteil der notleidenden Kredite in Griechenland steigt seit Jahren an - Quelle: Querschüsse

 

Das Funny Fiat Money der Geschäfts- und Zentralbanken ermöglicht diese Schuldenorgie sowie diese Fehlallokationen erst. In einem Goldstandard wäre dies hingegen, ohne einen Anstieg der Zinsen, was zur Haushaltsdisziplin zwingen würde, nicht möglich. Die Billionen, die die Bundesregierung in der letzten Dekade für Europa verpulvert hat, wird letztlich über Inflation die Rentenkassen sowie die Ersparnisse der Deutschen vernichten. Wer seine Ersparnisse und seine Altersvorsorge schützen will, der sollte diese vor der sicher kommenden Staats- und Währungskrise schützen, indem man in Edelmetalle investiert. So lässt sich nicht nur die Kaufkraft erhalten, sondern am Ende des Tages sogar eine eindrucksvolle Rendite erwirtschaften, sobald Gold und Silber international wieder als sicherer Hafen gesehen und so ihre Stellung als Geld des freien Marktes zurückerhalten werden.

 

TECHNISCHE ANALYSE – Palladium bereitet neuen Anstieg vor

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Palladium zeigten im vergangenen Jahr deutliche relative Stärke. In den vergangenen Wochen zeigte sich Palladium einerseits stark im Vergleich zum Gold oder Platin. Andererseits zeigt sich nahezu das gleiche Niveau wie Anfang April, wobei insgesamt eine leichte Stärke zu beobachten ist, die mittelfristig optimistisch stimmt. Zur Vorwoche zeigt sich etwas relative Schwäche, was jedoch noch nicht viel bedeuten muss. Insgesamt sind die Terminmarktdaten so gut wie seit fast zwei Jahren nicht mehr und die Amplitude der Bereinigung mit der einhergehenden relativen Stärke lässt auf ein Fortbestehen des Nachfrageüberhangs schließen.

 Der Terminmarkt für Palladium ist so gut, wie seit fast drei Jahren nicht mehr

 Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im grünen bullischen Bereich befindet

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

 

Chartanalyse zu Palladium in US-Dollar

Trotz des starken Abverkaufs beim Gold und beim Platin, hat sich der Preis für die Feinunze Palladium relativ stark gehalten in den vergangenen Wochen. Im Terminmarkt zeigt sich diese relative Stärke ebenfalls, was auf einen Nachfrageüberhang am physischen Markt hindeutet. Das nächste prozyklische Kaufsignal entsteht daher mit dem Sprung über den Widerstand bei 960$ je Feinunze.

Mittelfristig dürfte die weiterhin starke fundamentale Nachfrage für einen stabilen bis steigenden Preis sorgen. Hält dieses Umfeld an, so ist bei dem nächsten zyklischen Anstieg des Edelmetallsektors auch ein Anstieg des Palladiumpreises auf das letztjährige Hoch bei 1.140$ möglich. Mittelfristig sind wir daher bullisch für den Palladiumpreis.

Charttechnische Kaufsignale dürfen weiterhin prozyklisch angenommen werden. Charttechnisch gab es Anfang April bereits ein prozyklisches Kaufsignal mit dem Sprung über den Abwärtstrend im Palladium, nach der starken Bereinigung am Terminmarkt. Sobald der Preis über 960$ ansteigt und bleibt, ist Palladium long.

 Palladium in US Dollar kämpft an dem Widerstand bei 960$

 

Chartanalyse zu Palladium in Euro

In Euro gab es bei Palladium einen stärkeren Einbruch bis zu der Unterstützung bei 760€ je Feinunze im ersten Quartal, was wir richtig prognostiziert hatten. Ein erneuter Anstieg scheiterte exakt an dem Ausbruchsniveau aus dem langfristigen Aufwärtstrend bei 880€, womit sich die Konsolidierung des Aufwärtstrends erst einmal fortsetzte und der Preis wieder auf 800€ fiel, wo sich das Ausbruchsniveau des kurzfristigen Abwärtstrends befindet.

Aktuell werden hier massenpsychologische Muster schön abgearbeitet, was zeigt, dass nach dem starken Anstieg der letzten beiden Jahre viel Spekulation in diesem Markt vorherrscht. Die Unterstützung bei 760€ darf nun nicht mehr unterschritten werden, da sich das sonst bullische Setup in Luft auflösen würde. Sollte nun ein höheres Tief ausgebildet werden und der Preis über den Kreuzwiderstand mit Preisen über 880€ ansteigen können, so dürfte sich der Anstieg in den kommenden Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit bis mindestens zum Vorjahreshoch bei 920€ je Feinunze fortsetzen.

Ein womöglich im Jahresverlauf schwächerer Euro dürfte dieser Entwicklung unter die Arme greifen, weshalb wir optimistisch sind, dass dieses Szenario aufgehen dürfte.

 In Euro konnte Palladium den langfristigen Abwärtstrend im April brechen und seither ansteigen

© Markus Blaschzok

Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

>> Abonnieren Sie diesen wöchentlichen Marktkommentar per Email hier << 

Disclaimer: Diese Analyse dient ausschließlich der Information. Bei Zitaten ist es angemessen, auf die Quelle zu verweisen. Die in dieser Veröffentlichung dargelegten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Die gesamte Analyse und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen spiegeln die Meinung und Ansichten des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und stellen in keiner Weise einen Aufruf zur individuellen oder allgemeinen Nachbildung, auch nicht stillschweigend, dar. Handelsanregungen oder anderweitige Informationen stellen keine Beratungsleistung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, derivativen Finanzprodukten, sonstigen Finanzinstrumenten, Edelmetallen und -hölzern, Versicherungen sowie Beteiligungen dar. Wir weisen darauf hin, dass beim Handel mit Wertpapieren, Derivaten und Termingeschäften, hohe Risiken bestehen, die zu mehr als einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Jeder Leser/Kunde handelt auf eigenes Risiko und auf eigene Gefahr. Eine Haftung für Vermögensschäden, die aus dieser Veröffentlichung mit möglichen Handelsanregungen resultieren, ist somit ausgeschlossen. Eine Verpflichtung dieses Dokument zu aktualisieren, in irgendeiner Weise abzuändern oder die Empfänger zu informieren, wenn sich eine hier dargelegte Stellungnahme, Einschätzung oder Prognose ändert oder unzutreffend wird, besteht nicht. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird nicht übernommen.

Die Verwendung von Hyperlinks auf andere Webseiten in diesem Dokument beinhaltet keineswegs eine Zustimmung, Empfehlung oder Billigung der dort dargelegten oder von dort aus zugänglichen Informationen. Markus Blaschzok übernimmt keine Verantwortung für deren Inhalt oder für eventuelle Folgen aus der Verwendung dieser Informationen. Des weiteren werden weder wir, noch unsere Geschäftsorgane, sowie Mitarbeiter, eine Haftung für Schäden die ggf. aus der Verwendung dieses Dokuments, seines Inhalts oder in sonstiger Weise, entstehen, übernehmen. Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass der Autor derzeit in ein oder mehrere der besprochenen Investmentmöglichkeiten investiert ist.

 

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers oder Interviewpartners wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der „Metallwoche“ oder deren Betreiber dar. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Anlagemöglichkeiten dar. Beachten Sie bitte auch unseren Disclaimer! 

Kommentare

Sie sind nicht eingeloggt! Sie können Kommentare nur sehen, wenn Sie eingeloggt sind und ein aktuelles Abonnement besitzen. Log-In