Markus Blaschzok: Goldpreis auf 24-Monatshoch! - Deutsche Bank gründet Bad Bank

Tags: Markus Blaschzok Blaschzok Research Goldsilbershop Solit Charts Gold Gold in Euro COT-Daten Terminmarkt Analyse Meinung Marktkommentar 17.06.2019

Die US-Wirtschaftsdaten waren am Freitag nicht so schlecht, wie es der Markt ursprünglich erwartet hatte. Dies führte zu Short-Eindeckungen beim US-Dollar und somit einer Rallye der amerikanischen Währung. Die Dollarstärke verhinderte einen weiteren Ausbruch des Goldpreises über den Widerstand bei 1.350 $. Am Freitagvormittag wurde dieser Widerstand noch dynamisch genommen, nach den Angriffen auf Öltanker, die man dem Iran anzulasten versucht...

Die Goldbullen, die in den letzten beiden Wochen massiv auf einen steigenden Goldpreis gewettet hatten, wie die neuesten Terminmarktdaten der CFTC (US-Terminmarktaufsicht) zeigen, verloren unter einem stärkeren Dollar am Widerstand bei 1.350 $ vor Wochenschluss letztlich die Nerven und verkauften ihre gehebelten Wetten auf einen steigenden Goldpreis. Dies führte letztlich zu einem Long-Drop, wobei der Goldpreis sich mit 1.341 $ in das Wochenende verabschiedete, während das Tageshoch bei 1.358 $ lag.

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Gold in Euro erreichte am Freitag den höchsten Stand seit 24 Monaten mit 1.204 € je Feinunze


Während US-Präsident Trump nicht müde wird, die US-Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und den US-Aktienmarkt für ihre vermeintlich historische Stärke zu loben, was Unsinn ist, fordert er von der US-Notenbank weiterhin Zinssenkungen, was seine Behauptungen ad absurdum führt. 

Wäre die US-Wirtschaft so stark, wie er behauptet, wären keine Zinssenkungen nötig. Natürlich weiß Präsident Trump, dass alles eine gigantische Blase ist, doch will er nicht, dass diese vor seiner Wiederwahl platzt, weshalb er die Blasen einfach weiter aufblähen will. Trump, der als Konservativer mit dem Ziel die Staatsausgaben und Steuern zu senken in das Rennen um die Präsidentschaft ging, entpuppt sich nun als Keynesianer auf Steroiden.

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Trump will eine lockerere Geldpolitik, um ein Platzen der Blase zu verhindern

Die FED handelte im originären Eigeninteresse, als sie den Aktienmarkt mal wieder vor einem Einbruch gerettet hatte, indem sie zuletzt Zinssenkungen andeutete. Die Wahrscheinlichkeit für eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte am 31. Juli wird bereits bei 86% gehandelt. Viele Großbanken, insbesondere die europäischen Banken, stehen am Ende des zehnjährigen Konjunkturzyklus wieder einmal ohne Reserven da und drohen bei dem Ausbruch einer Rezession zu implodieren. Dieser Zyklus läuft seitdem die Banken in Symbiose mit dem Staat leben und so grüßt täglich das Murmeltier.

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Auf die Kreditexpansion und dem Boom im ungedeckten Giralgeldsystem folgt immer zwingend die Kreditkontraktion und der Bust der Fehlallokationen
 
Die weltweit systemrelevanteste Großbank, die unmittelbar vor dem Bankrott steht, die Deutsche Bank, hat nun eine vermeintliche Lösung für ihre Probleme vorgestellt. 50 Mrd. Euro an schlechten bzw. nicht einbringbaren Kreditforderungen sollen in eine Bad Bank ausgelagert werden, wie Insider der "Financial Times" nun berichtet haben. Dies überrascht nicht und ist eine zwingend logische Maßnahme, wenn die Deutsche Bank dem Bankrott und einer Verstaatlichung entgehen will. 

Die faulen Kredite dieser Bad Bank wird die Europäische Zentralbank letztlich größtenteils monetarisieren müssen, was den Euro weiter abwerten wird. Eine Bankenkrise könnte man so jedoch noch etwas auf die lange Bank schieben. Der Goldpreis in Euro wird darauf diametral gegensätzlich mit Preisanstiegen reagieren.

Die Notenbankster wissen das und so hat das österreichische EZB-Ratsmitglied Nowotny ein flexibleres "Inflationsziel" von einem Prozent über dem 2% Ziel gefordert. Eine Rezession sieht Nowotny nicht, obwohl er konstatiert, dass es eine deutliche Wachstumsschwäche gibt und er wenig Chancen auf eine höhere wirtschaftliche Dynamik sieht. Man wird Geld drucken, die reale Teuerung kaschieren und zu niedrig ausweisen, über die Finanzielle Repression bzw. einer heimlichen Entwertung des Euros die Bürger bestehlen, um so einen Bankrott des Bankensystems und EU-ropa zu verhindern. 

Ein weiterer Grund für den Preisrückgang am Freitag, nachdem der Anstieg über 1.350 $ gescheitert war, ist die vermutlich stärkste Manipulation am Goldmarkt der letzten Jahre. Wie folgender Chart zeigt, haben die großen Händler an der COMEX in den vergangenen zwei Wochen gigantische nackte Shortpositionen aufgebaut, wie wir es noch nie zuvor beobachtet haben.

Deshalb verwundert uns der Long-Drop der Goldbullen am Freitag vor Wochenschluss auch nicht. Den Spekulanten an der COMEX gelang es trotz des Aufbaus großer neuer Netto-Longpositionen nicht, den Preis noch höher zu treiben, da hier die Regierungen stark gegengehalten haben. Freitagmittag, als der Goldpreis sein 14-Monatshoch bei 1.358 $ erreichte, waren scheinbar fast alle Goldbullen bereits sehr optimistisch und so für einen Ausbruch über diesen Widerstand long positioniert. 

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Nie beobachteten wir eine stärkere Ausbremsung des Preises binnen zwei Wochen

Das Gold/Silber-Ratio erreichte mit 91 den höchsten Stand seit 1993, was zeigt, dass Silber zuletzt vor 26 Jahren so günstig im Verhältnis zum Goldpreis war. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Rückkehr zu dem Mittelwert bei 60 kommen wird, ist statistisch gesehen sehr hoch.

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Das Gold/Silber-Ratio hat den höchsten Stand seit 1993 erreicht

Folgender Chart zeigt noch einmal deutlich, wie günstig Silber im Augenblick im historischen Vergleich ist. Der Chart zeigt den Silberpreis seit 1970 bereinigt um die offizielle Inflationsrate sowie um die Inflation der Basisgeldmenge. Bereinigt um die offizielle Inflationsrate steht der aktuelle Silberpreis gerade einmal bei 2,24$ und somit auf dem gleichen Niveau wie 1970, bevor US-Präsident Nixon das Goldfenster geschlossen hatte. Wir wissen jedoch, dass seit dem Jahr 1980 die offiziellen Inflationszahlen zunehmend verfälscht wurden, weshalb wir auch den Silberpreis im Verhältnis zur Basisgeldmenge (US-monetary base) berechnet haben. 

Berücksichtigt man die Ausweitung der Geldmenge, so notiert Silber aktuell nur noch bei 28 US-Cent in 1970er Kaufkraft gemessen. Silber notiert also aktuell bei nur 15% des Wertes von 1970, was das enorme Anstiegspotenzial vor Augen führt. Würde es zu einer ähnlichen Kaufpanik kommen, wie in der Stagflation der 70er Jahre, so müsste der Silberpreis alleine beim aktuellen Status Quo um mehr als das 50-fache ansteigen, um das reale Bewertungsniveau von 1980 zu erreichen. Wir empfehlen daher besonders langfristig orientierten Investoren, die Münzen und Barren erwerben wollen, in Silber zu investieren, da diese Strategie das beste Chance/Risiko Verhältnis hat und die höchsten Gewinnaussichten!
 
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Inflationsbereinigt notiert Silber aktuell auf dem Preisniveau von 1970, womit es als günstig zu betrachten ist


Technische Analyse

Gold: Starke Manipulation in den letzten beiden Wochen

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 17 auf 30 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 erhöhte sich von 33 auf 44 Tage. Der Preis blieb unverändert mit einem Plus von 0,5 $ zur Vorwoche und die Spekulanten gingen in dieser Zeit trotzdem mit mächtigen 30 Tsd. Kontrakten long. In der Vorwoche erzeugte dies noch einen Preisanstieg von 25 $, obwohl sich auch da schon Schwäche zeigte. Woher kommt also das plötzliche Angebot? Die Antwort finden wir bei den großen vier Händlern - hier hat man mit 13 Tagen der Weltproduktion gegengehalten und die Bullen bedient. Gleichzeitig dürfte man noch Gold über London auf den Markt geworfen haben.

Der Anstieg bei der Manipulation im Gold ist gigantisch in den letzten beiden Wochen. Eindeutig war dieser Ausbruch aus dem Abwärtstrend nicht gewollt und man versucht den Preis wieder einzuhegen. Mit 38 Punkten im CoT-Index ist das Sentiment schon deutlich bullisch, besonders aufgrund der exogenen Faktoren wie dem Handelskrieg, der Erwartung von Null- und Negativzinsen sowie Zinssenkungen und der Kriegsgefahr mit dem Iran. Dieses Niveau der spekulativen Positionierung war früher ein Verkaufsbereich. Der Long-Drop am Freitag war die zwingende Folge aus dem vorherigen Ausbremsen des Preises.

Nach diesen CoT-Daten ist ein deutlicher und nachhaltiger Anstieg über den Widerstand bei 1.350 $ nun schon eher unwahrscheinlich geworden. Die Bullen dürften noch nicht aufgeben und in den nächsten Tagen/Wochen neue Angriffe auf den Widerstand starten. Läuft es wie immer, so wird man wieder gegenhalten und dann werden die Bullen in einigen Wochen aufgeben und der Abwärtstrend beginnt. 

Bleibt die Nachrichtenlage jedoch ruhig, ist nicht mehr viel Luft nach oben vorhanden. Nur neue exogene Faktoren (Iran - Handelskrieg) vermögen den Goldpreis kurzfristig noch ansteigen zu lassen. Sollten also exogene Faktoren und schwarze Schwäne auftauchen, dann können die Marktzyklen vorübergehend außer Kraft gesetzt werden, ähnlich wie Anfang 2016 und der Preis dennoch deutlich weiter ansteigen.

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Der Terminmarkt zeigt, dass die Bullen zur Vorwoche massiv auf einen steigenden Preis wetteten

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Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Position der Spekulanten nun wieder im roten Bereich befindet
Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/
 
 
Gold in USD: Rallye könnte frühes Ende finden

Mit 1.358 $ erreichte der Goldpreis am Freitag den höchsten Stand der letzten 14 Monate. Primär wurde der Goldpreis in den letzten drei Wochen von exogenen Faktoren getrieben. Viele Spekulanten hatten aufgrund schwarzer Schwäne und politischen Ereignissen auf einen steigenden Goldpreis gesetzt. Der Korrekturzyklus war noch nicht abgeschlossen und unserer Ansicht nach, war ein Ausbruch seitens des ESF (Exchange Stabilization Funds) auch nicht gewünscht. Ein deutliches Indiz hierfür ist die historisch starke Ausweitung der Gegenposition bei den großen vier Händlern an der Terminbörse COMEX.

Ähnlich wie Anfang 2016 wurde der Goldpreis durch politische Meldungen nach oben getrieben. Seitens des Terminmarktes zeigte sich jedoch extreme Schwäche, während dieses Anstiegs, was auf eine gute Angebotssituation schließen lässt. Nachtigal, ick hör Dir trapsen … Dass diese relative Schwäche gerade in einer Kaufpanik auftritt, ist unlogisch und natürlich kein Zufall. Die Manipulation über den Terminmarkt ist deutlich und offensichtlich.

Sollten jetzt keine weiteren Hiobsbotschaften über den Ticker laufen in den kommenden Wochen und auch der Aktienmarkt stabil bleiben, so dürfte der Goldpreis es kurzfristig sehr schwer haben, diesen Widerstand bei 1.350 $ zu überwinden, nachdem dieser bereits eine Rallye von 80 $ vollzogen hat. Ohne exogene Preistreiber politischer Natur, sehen wir den Preis kurzfristig bestenfalls seitwärts handeln und womöglich nach einem weiteren Scheitern am Widerstand auch wieder fallen. Wenn nicht schon geschehen, so böte dies Tradern die Chance für einen Take Profit und einen Short Entry mit begrenztem Risiko.

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Gold in US-Dollar erreichte am Freitag mit 1.358 $ den höchsten Stand der letzten 14 Monate

Der Langfristchart seit 2012 zeigt, dass der Widerstand bei 1.350 $ bereits siebenmal erfolglos getestet wurde. Je öfters der Goldpreis an die Türe des Widerstands bei 1.350 $ klopft, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich diese Türe öffnet. Ist diese erst einmal aufgestoßen, dann gibt es wahrscheinlich kein Halten mehr und ein schneller starker Preisanstieg auf 1.700 $ wäre die wahrscheinliche Reaktion des Marktes. Spätestens mit neuen Zinssenkungen und möglichen neuen QE-Programmen im kommenden Jahr dürfte sich so viel Druck im Kessel aufbauen, dass der Deckel bei 1.350 $ nachhaltig wegfliegen sollte.

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Noch hält der Widerstand bei 1.350 $ - doch die Gegenwehr bröckelt langsam


Gold in Euro: Den Letzten beißen die Hunde

In Euro ist der Goldpreis seit Ende September um 190 € je Feinunze auf über 1.200 € angestiegen in der vergangenen Handelswoche. Aufgrund des schwachen Euros performte der Goldpreis in Euro besser als in US-Dollar. Die europäische Wirtschaft ist sehr schwach und droht schon bald in die Rezession abzurutschen. Die faulen Kredite werden dann von der EZB gegen frisch gedrucktes Geld aufgekauft und der Goldpreis wird durch die Decke gehen, während der Euro massiv an Kaufkraft verlieren wird. 

Kurzfristig ist mit einem erneuten Rücksetzer zu rechnen, doch ist es unwahrscheinlich, dass die Tiefs des letzten Jahres nun noch einmal erreicht werden. Das Tief der nächsten Korrektur sollte man daher zum Aufbau langfristiger physischer Bestände nutzen. Ein Rücksetzer auf 1.15 0€ scheint kurzfristig möglich zu sein. 

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Gold in Euro erreichte am Freitag den höchsten Stand seit 24 Monaten mit 1.204 € je Feinunze
 

© Markus Blaschzok

Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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