Rocky Horror Chart Show: DAX - Raute des Grauens

Tags: SIW 47/2018 Smart Investor Ralf Flierl Ralph Malisch DAX Analyse Meinung Charts

vom Smart Investor

Standard-Chartformationen scheinen dem, was sich gerade im DAX abspielt, nur noch bedingt gerecht zu werden. Gewiss, wir können hier, die an dieser Stelle schon während der Entstehungsphase häufiger besprochene Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) erkennen (vgl. Abb., rote Markierungen). Nach dem Durchbruch der Nackenlinie erfolgte ein letztes Aufbäumen zurück an das Ausbruchsniveau, danach ging es wieder nach unten... Dies wird unter Chartanalysten als trendbestätigend angesehen. Seither ging es tatsächlich weiter bergab, wobei der Index erst gestern neue Verlaufstiefs markierte, sich jedoch oberhalb der nächsten wichtigen Tausender-Marke von 11.000 Punkten halten konnte. Das Mindestkursziel aus der SKS-Formation ist übrigens durch die magentafarbenen Pfeile markiert und liegt bei knapp über 10.000 Punkten. Eine alternative Standardinterpretation der Situation wäre die sehr seltene Diamant-Formation, die an dieser Stelle ebenfalls schon mehrfach thematisiert wurde und hier türkis/grün eingezeichnet ist. Auch diese seltene Umkehrformation, die gleichsam in der SKS-Formation verborgen liegt, ist abgeschlossen und deutet auf weiter sinkende Kurse hin. Neben diesen Standardformationen wollen wir an dieser Stelle für den DAX allerdings noch eine neue Formation in die Diskussion einführen, schließlich handelt es sich beim DAX um den deutschen Leitindex, und in unserem Land geht gerade – eigentlich schon seit der letzten Wahl – die Herrschaft von Angela Merkel zu Ende. Während ihres zähen Anklammerns an die Macht bildete der DAX etwas aus, das wir nur als „Raute des Grauens“ bezeichnen können. Ob es nach ihrem endgültigen politischen Ende allerdings zu einem ähnlichen Freudensprung am deutschen Aktienmarkt kommen wird, wie nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine als Finanzminister, ist derzeit noch offen.

 

S&P 500 – Mexikanische Mauer

Auch bei den amerikanischen Indizes kommt man mit der normalen Chart Analyse nur bedingt weiter. Gewiss, auch dort sehen wir über mehr als neun Jahre einen Aufwärtstrend, der inzwischen deutlich angeknackst ist. Zoomt man aber etwas näher heran, dann kann man erkennen, dass dort seit November 2016 – und das traf sehr zum Leidwesen der politischen Kommentatoren genau mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zusammen – etwas Neues entstand. Stein auf Stein wurde dort die „Mexikanische Mauer“ gebaut, an der der Index rund zwei Jahre emporkletterte (vgl. Abb.). Ausgerechnet jetzt, da zweifelhafte Hintermänner sogenannte Karawanen gegen die US-Grenze schicken, um dort „unschöne“ Bilder zu produzieren, scheinen „The Donald“ die Bausteine auszugehen. Die „Mauer“, vulgo der steilere Aufwärtstrend der Trump-Rally, wurde jüngst durchbrochen und nach Jahren der Hausse sollte sich einiges an Korrekturbedarf aufgestaut haben.

 

Smart Investor 12/2018: Auf der Zielgeraden!

Bevor wir Sie nun mit dem allerallerletzten Ausschüttler bei Silber oder dem endgültig tragfähigen Boden bei Gold langweilen, hier ein paar Hinweise zu unserem neuen Heft: An unserer aufgeräumten Stimmung haben Sie ja bereits gemerkt, dass einige sehr arbeitsreiche Tage hinter uns liegen und wir uns nun gemeinsam auf den neuen Smart Investor 12/2018 freuen können, der zum Wochenende erscheint. Aus aktuellem Anlass nehmen wir dort noch einmal die Vorgeschichte des UN-Migrationspaktes in Augenschein: Diese angeblich bloße Absichtserklärung wurde lange Zeit unter dem Radar der großen Medien gehalten und sollte auch am Parlament vorbeibugsiert werden. Schon die wählerverachtende Art dieses Verfahrens lässt erahnen, wer dabei federführend war – richtig, die deutsche Bundesregierung unter Angela Merkel. Inzwischen ertappt, beruft man sich auf die „Unverbindlichkeit“ des Paktes, weil das offenbar das Beste ist, was man darüber sagen kann. Und selbst das ist allenfalls in einer engen, rein juristischen Interpretation wahr, ansonsten aber handelt es sich dabei um „Fake News“, wie unser Gesprächspartner Dr. Siegfried von Hohenhau nachweist. Dr. von Hohenhau hat zudem eine kommentierte Lesefassung des Paktes in deutscher Sprache verfasst, in der die Knackpunkte herausgearbeitet wurden. Den Gegnern, die inzwischen bis weit in die CDU hineinreichen, wirft man nun allerdings pauschal vor, den Pakt nicht richtig gelesen zu haben oder populistisch zu sein. Nach dieser Lesart sind – Stand heute – auch die Regierungen folgender Länder des Lesens nicht mächtig, populistisch oder beides: USA, Ungarn, Österreich, Tschechien, Australien, Estland, die Schweiz und Israel! Allesamt potentielle Zielländer einer entfesselten Migration. Weitere offizielle Ablehnungen werden folgen.

Neben diesem brandheißen Thema kommt im neuen Smart Investor 12/2018 natürlich auch die Geldanlage nicht zu kurz. Unsere Titelgeschichte beschäftigt sich mit den zwei Anlagemethoden, deren Mehrwehrt sich in der Vergangenheit immer wieder bestätigt hat: Value & Momentum. Was in in der Kombination beider Verfahren möglich ist, lesen Sie im Beitrag „Value meets Momentum“: 1+1=3!

Zudem haben wir uns angesichts der weiter sehr schwierigen Börsenphase wieder einmal intensiv abseits ausgetretener Pfade umgesehen. Nach den teils herben Abschlägen bei Nebenwerten, sind wir dort mit der Value-Lupe durchgegangen, um nach eventuell schon wieder vorhandenen Kaufgelegenheiten zu suchen. Das und viele mehr im neuen Smart Investor 12/2018.

Fazit

Trotz einzelner starker Tage bleibt die Lage an den Aktienmärkten hochgradig angespannt. Aber vielleicht finden Sie ja das eine oder andere Value-Schnäppchen im neuen Smart Investor 12/2018.

© Ralf Flierl, Ralph Malisch

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