SIW 40/2019: Goldener Handschlag?! Kündigt der Goldmarkt den "Vertrag" mit den Anlegern bereits wieder auf

Tags: Christoph Karl Ralph Malisch Ralf Flierl Smart Investor SIW 40/2019

Österreich hat gewählt

Bei den österreichischen Nationalratswahlen ging das Kalkül von Alt- und vermutlich Neukanzler Sebastian Kurz auf. Die ÖVP fuhr einen historischen Wahlsieg ein und deklassierte sowohl den alten Koalitionspartner FPÖ als auch die SPÖ. Im Zuge des weltweiten Klima-Hypes schafften die Grünen mit einem Traumergebnis den Wiedereinzug ins Parlament. Die Alternative wäre seinerzeit gewesen, mit der Ibiza-geschüttelten FPÖ die reguläre Legislaturperiode zu Ende zu bringen, was letztlich auch auf Kurz und die ÖVP hätte abfärben können. Merke: Für einen populären Politiker sind Neuwahlen immer attraktiv. Für Kurz ergeben sich aus der neuen Konstellation verschiedene Optionen: Er kann seinen künftigen Koalitionspartner praktisch frei wählen. In dieser Wahlfreiheit, das machte Kurz deutlich, werde er sich auch nicht von einem deutschen Nachrichtensprecher einschränken lassen. Die unwahrscheinlichste Variante ist aus unserer Sicht eine Koalition mit den Grünen. Programmatisch verbindet beide Parteien nichts. Damit bleiben SPÖ und FPÖ im Rennen, wobei alleine diese Wahlmöglichkeit der ÖVP einen Hebel bei den Verhandlungen gibt. Inhaltlich, das betonte Kurz nach der Wahl, habe die Koalition mit der FPÖ funktioniert und beliebt war sie obendrein. Als hätte man bei der FPÖ die ausgestreckte Hand wahrgenommen, zog sich Karl-Heinz Strache aus der Partei und der Politik insgesamt zurück. Damit ist eine Wiederauflage der alten Koalition wahrscheinlicher geworden – freilich mit verschobenen Gewichten. Möglicherweise nutzt Kurz diese Option aber auch nur als Druckmittel, um in Verhandlungen mit der SPÖ das Maximum herauszuholen.

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Trendwende oder Mauer der Angst

Als „goldenen Handschlag“ bezeichnet man auf gehobenen Managementpositionen eine vorzeitige Vertragsbeendigung, die sich das betroffene Unternehmen einiges kosten lässt. Wer Positionen in Edelmetallen hält, der konnte in den letzten Tagen schon auf die Idee kommen, dass auch die junge Hausse ihr „Vertragsverhältnis“ mit den Anlegern vorzeitig auflösen wollte. Allerdings fiel der Handschlag mit jedem Tag weniger golden aus. Inzwischen liegt der Goldpreis bereits wieder unter 1.500 USD/Feinunze, bei Silber wurden zuletzt sogar wieder weniger als 17,50 USD/Feinunze bezahlt. Wenn wir für einen Moment den charttechnischen Advocatus Diaboli spielen, dann kann man beispielsweise im Gold (vgl. Abb. 1) durchaus eine obere Umkehrformation entdecken, die an eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation erinnert (vgl. rote Markierungen). Dies würde implizieren, dass es nach dem Durchbruch der Nackenlinie rasant bergab ginge. Genau das aber ist nicht passiert, als sich der Markt unterhalb der Nackenlinie erst einmal stabilisieren konnte. Möglicherweise ist dieses Zwischenspiel also ein Teil der „Mauer der Angst“, an dem die Preise per Saldo dann doch weiter nach oben klettern werden. Denn tatsächlich sind solche bedrohlichen Dips in Aufwärtstrends nichts Ungewöhnliches. Das Kursbild lässt zudem auch eine andere Interpretation zu: Vielleicht handelt es sich hier auch um eine korrektive Flaggenbewegung (blaue Linien), die als trendbestätigende Konsolidierungsfunktion gilt.

 

 

Absturz voraus?

Zunehmend schwieriger ist die Deutung das Kursbilds beim S&P 500. Der Index hat sich in einer Art Dreieck totgelaufen. Zum einen ist da die bis in das Jahr 2017 zurückreichende obere Begrenzungslinie des Kursgeschehens. Sie liegt inzwischen auf drei Punkten auf und sollte von daher Beachtung am Markt finden, auch wenn es sich nicht um eine klassische Aufwärtstrendlinie handelt, die üblicherweise unterhalb der Kurse konstruiert wird. Die untere Begrenzung reicht bis zu den Paniktiefs vom Jahresende 2018 zurück und liegt auf einem Punkt und einem Verdichtungsbereich auf. Hier könnte ein Durchbruch nun unmittelbar bevorstehen. Angesichts konjunktureller Sorgen und der politischen Querelen in Washington könnten Marktteilnehmer einen solchen Durchbruch zum Anlass nehmen, sich erst einmal vermehrt zur Seitenlinie zu begeben, was einer Abwärtsbewegung weitere Dynamik verleihen könnte. Auch wenn im Moment dafür kaum fundamentale Argumente vorhanden sind, außer der zunehmend schlechten Stimmung selbst, sind auch zwei positivere Varianten denkbar: Der Kurs prallt doch noch an der Linie ab, oder aber er bricht zwar nach unten durch, erholt sich aber danach wieder, so dass wir nur eine weitere Auffächerung des Aufwärtstrends sehen. Bis zur wirklich entscheidenden Marke, der unteren Begrenzung des 2009er Aufwärtstrends, hat der S&P 500 noch gut 300 Punkte Luft nach unten.

 

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Fazit

Und da bei uns am heutigen Tag der Wiesn-Besuch auf dem Programm stand, ist der heutige Weekly etwas kürzer und etwas später.

© Ralph Malisch, Christoph Karl

https://www.smartinvestor.de

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