SIW 47/2019: "Morgen", Kinder wird's was geben

Tags: Christoph Karl Ralph Malisch Ralf Flierl Smart Investor SIW 47/2019

Es kommt nicht auf die Größe an

Die US-Vermögensverwaltung Tweedy Brown hat vor vielen Jahren ein Kompendium für Anleger herausgegeben. Darin wird eine Vielzahl von Studien zitiert, die über lange Zeiträume unterschiedliche Investment-Strategien analysiert haben. Eine davon ist das systematische Investieren in Small Caps. Kleine Unternehmen sind häufig wachstumsstärker, haben... den größeren Teil ihrer Entwicklung noch vor sich und werden nicht selten von vielen Profis übersehen. Statt einen Bogen um die „Börsenzwerge“ zu machen, sollten Anleger daher sehr viel genauer hinsehen, ob es sich bei dem ein oder anderen Small Cap nicht um eine versteckte Perle handelt. Im neuen Smart Investor, den Sie als Abonnent am kommenden Samstag in Ihrem Briefkasten finden, haben wir uns daher ganz den Nebenwerten gewidmet. Wir haben mit einem Spezialisten wie Nils Bartram von der Steinbeis & Häcker Vermögensverwaltung gesprochen, der uns seine Value-Small-Cap-Strategie näher gebracht hat. Mit Francesco Conte von J.P. Morgan Asset Management haben wir uns über die europäischen Volkswirtschaften und die Nischen, in denen Small-Cap-Investoren fündig werden können, unterhalten. Doch natürlich stellen wir Ihnen auch eine ganze Menge interessanter Einzeltitel vor. Darunter attraktive internationale Small Caps, die hierzulande wenige Anleger auf dem Schirm haben, oder Micro- und Nanocaps, die häufig übersehen werden. Wir geben Ihnen Updates zu Nebenwerten, die wir schon seit längerem verfolgen, und stellen Ihnen einige völlig neue Investment-Ideen vor. Lassen Sie sich inspirieren!

 

Der Einäugige unter den Blinden

Gold- und Silberminen sind eine der schwierigsten Branchen – sowohl für Investoren als auch deren Management. Betrachtet man lange Zeiträume, haben sich die meisten Minenaktien sogar schwer getan, mit dem Goldpreis Schritt zu halten. Für Anleger stellt sich daher die Frage, wie man die größten Fettnäpfchen umgehen kann, die diese Branche bereithält. Im Smart Investor 11/2019 (S. 12) haben wir Ihnen einige Kriterien an die Hand gelegt, die sich zur Beurteilung von Minen und deren Management verwenden lassen. Dazu zählt unter anderem gute Kapitalallokation, geringe Verwässerung und antizyklisches Verhalten. Musterschüler in dieser Hinsicht erscheinen uns derzeit neben zwei weiteren Aktien die kanadischen Titel Agnico Eagle* und Barrick Gold* zu sein. Woran wir dies festmachen, können Sie im letzten Heft lesen. Bestätigt haben uns nun die jüngsten Quartalszahlen. Entgegen der Erwartungen sind diese für die Branche insgesamt eher enttäuschend ausgefallen sind. Lediglich 50% der Gold- und Silberminen konnten beim Ergebnis je Aktie positiv überraschen, beim Umsatz lagen sogar nur 28% der Unternehmen des Sektors über den Schätzungen der Analysten. Agnico Eagle lag in beiden Kategorien über den Erwartungen, Barrick immerhin im Ergebnis. Beide Unternehmen haben eine Kostenstruktur, die deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt. Zwar wollten wir mit dem Artikel im letzten Heft ganz bestimmt nicht den Fokus auf die nächsten Quartalszahlen richten, sondern auf die mögliche Entwicklung in den kommenden Jahren. Dennoch bestätigen uns diese positiven Zahlen, dass es sich bei diesen Aktien tatsächlich um solche handelt, die sich von der Masse der Branche positiv abheben.

 

 … und viele Hintergrundinformationen

Abseits von konkreten Aktienanalysen finden Sie im neuen Smart Investor auch wieder etliche spannende Hintergrundinformationen. Wir interviewten Prof. Max Otte, der sich schon im Jahr 2006 mit seinem Bestseller „Der Crash kommt“ beim breiteren Publikum einen Namen gemacht hat. Damals warnte Otte eindringlich vor krisenhaften Verwerfungen, die dann mit der Finanzkrise der Jahre 2008ff. auch tatsächlich zeitnah eintraten. Nun griff er erneut zur Feder. Mit „Weltsystemcrash“ liefert er eine 640 Seiten starke Analyse der politischen und wirtschaftlichen Lage der Welt. Drei Szenarien kann sich Otte für den weiteren Fortgang der Geschichte vorstellen, aber nur eines ist positiv. Grund genug, beim „erfolgreichsten deutschen Crash-Guru aller Zeiten“ (Zitat: Daniel Stelter) nachzuhaken.

 

Zu den Märkten

Eine hochinteressante Bewegung war gestern im DAX zu verzeichnen. Der Index stürmte zu Beginn der Sitzung auf ein neues Verlaufshoch, um die Gewinne dann während des weiteren Tagesverlaufs fast vollständig wieder abzugeben. Zwar schloss der DAX gestern noch leicht im Plus, sank jedoch unter den Eröffnungskurs des Tages. Insgesamt war das gestrige Kursverhalten also klar negativ, zumal es unter ordentlichen Umsätzen stattgefunden hatte. Heute wurden dann die negativen Vorgaben zunächst aufgenommen und der Markt eröffnete mit einem kleinen Abwärts-Gap. Die positive Nachricht: Eine echte Verkaufsdynamik setzte bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht ein. Natürlich sollte man einen einzelnen Handelstag nicht überbewerten. Gerade nach einer längeren Aufwärtsbewegung wird die Luft eben dünner und die Marktteilnehmer sind eher geneigt, auch einmal einen Teil der aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Eine solche kurzfristige Abgabebereitschaft wird auch durch das aktuelle Chartbild unterstützt. Denn der DAX ist gerade erst an der oberen Begrenzung seines Aufwärtskanals (vgl. Abb., blaue Linien) angestoßen bzw. an der Überwindung dieses Kanals gescheitert. Das eröffnet einen Korrekturspielraum von rund 600 Punkten auf ca. 12.500 Punkte – und zwar ohne, dass dadurch der aufwärts gerichtete Trendkanal verletzt würde. Spekulationen innerhalb dieses Kanals sind allerdings eher für kurzfristig agierende Marktteilnehmer geeignet. Wir konzentrieren uns unter charttechnischen Gesichtspunkten dagegen auf den Bestand des Kanals selbst.

 

Fazit

Beim DAX scheint nun erst einmal eine etwas langsamere Gangart angezeigt zu sein. Grund genug, sich am Wochenende den neuen Smart Investor zur Hand zu nehmen und dort die Aktien für den nächsten Kursaufschwung zu studieren.

© Christoph Karl, Ralph Malisch 

https://www.smartinvestor.de

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